Bildung

Grundschüler in Querenburg lernen Zusammenhalt

Alina, Elischa, Lana und Sahand (v.l.) arbeiten an einer Gruppenaufgabe.

Foto: Dietmar Wäsche

Alina, Elischa, Lana und Sahand (v.l.) arbeiten an einer Gruppenaufgabe. Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.   Eine Studie untersucht, ob Wohlbefinden in der Schule bessere Noten bringt. Kinder eignen sich Fachwissen und gutes Benehmen an.

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„Wir sind ‘ne starke Klasse, bei uns macht jeder mit“, singen die Kinder der Klasse 3a der Grundschule Auf dem Alten Kamp. Jeden Montag seit Anfang des neuen Schuljahres motiviert sie das Lied, schwungvoll in die Woche zu starten. Denn die 3a ist Teil des größeren Projektes „Starke Klasse“, welches vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Münster initiiert worden ist.

Klasse beurteilt eigenes Verhalten

Die Forscher interessiert die Klasse als Ganzes. Sie wollen den Zusammenhalt unter den Kindern stärken und schauen, ob sich das positiv auf deren Leistungen auswirkt. Rund 1400 Kinder aus NRW nehmen an der Studie teil, davon 140 Schüler der Grundschule aus Querenburg.

Prompt bilden die aufgeweckten Schüler einen Stehkreis: In der Gruppe wird das eigene Verhalten der letzten Woche beurteilt: Eine kurze Begrüßung der Freunde und schnelles Hinsetzen sollte gelernt werden. Auf einer Punktwolke gaben die Schüler ihre Einschätzung ab, inwiefern das Ziel erreicht wurde – sie sind nur mäßig zufrieden. „Wir müssen uns gut benehmen, sonst herrscht Tohuwabohu !“, sagt einer überzeugt.

Damit sich jeder in der Klassengemeinschaft wohlfühlt, darf niemand ausgeschlossen werden. Deshalb wird die Sitzordnung jede Woche nach dem Zufallsprinzip geändert. Fünf Tage lang müssen die Sitzpartner miteinander auskommen und zusammen arbeiten.

Schüler haben sich verbessert

Klassenlehrerin Kerstin Fahrendorf und Erika Bradler, pädagogische Fachkraft, die die Schüler auch nach Unterrichtsschluss bis 16 Uhr betreut, sind begeistert. „Bei der ersten Änderung der Sitzordnung gab es noch Tränen, nun ist jeder gespannt, mit wem er zusammen sitzen darf. Es ist wie eine Wundertüte“, sagt Grundschullehrerin Fahrendorf. Oft funktionieren Teams besonders gut, von denen sie es nicht erwartet hätte. Die Kinder lernen, einander zu helfen und profitieren vom Wissen der anderen. Die 3a habe sich stark verbessert.

Auch Schulleiterin Brigitte Fritzsche schätzt das Projekt „Starke Klasse“. Alle Lehrer haben an einer Fortbildung teilgenommen, die Materialien für den Unterrichtsgebrauch seien ausgezeichnet. „Es ist sehr wichtig, die Klassen zu stärken“, sagt sie. „Jeder bringt unterschiedliche Vorerfahrungen mit.“ Die Erziehung sei von Haus zu Haus unterschiedlich und so auch die individuelle Förderung. „Oft kommen Flüchtlingskinder mitten im Schuljahr neu in die Klassen dazu. Wir müssen ständig Arbeit an der Klassengemeinschaft leisten, um alle mitzunehmen.“

>>> INFO: Forscher erfragen Veränderungen

  • Während des Schuljahres werden Lehrer und Schüler von den Forschern der Studie dreimal befragt, um eine Veränderung in der Klassenstruktur und im Wohlbefinden festzustellen.

  • Die Drusenbergschule und die Don-Bosco-Schule nehmen im kommenden Halbjahr ebenfalls am Projekt teil.

  • Neben einer Fortbildung erhält die Schule einen Methodenkoffer mit CDs und mit praktischen Übungen zur emotionalen Entwicklung der Kinder und zum sachlichen Lernen.

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