Kunstworkshop

Grundschüler erleben bei Workshop die Wirkung von Farbe

Maika Letizia Wolff, einer der Leiterinnen des Workshops, zeigt eines der Kunstwerke der Kinder.

Foto: Ingo Otto

Maika Letizia Wolff, einer der Leiterinnen des Workshops, zeigt eines der Kunstwerke der Kinder. Foto: Ingo Otto

bochum.   Offene Ganztagsschulen aus Bochum experimentieren rund um die Ausstellung von Rupprecht Geiger. Projekt ist Kooperation von USB und Kunstmuseum.

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Eigentlich dachten Nino und Silas, dass Kunst und Museen ziemlich langweilig sind. Aber jetzt müssen sie zugeben: „Das ist doch nicht so. Das macht hier alles richtig Spaß.“ Im bunten Malerkittel und mit Pinsel ausgestattet stehen die Schüler der Grundschule In der Vöde um einen langen Tisch herum.

Hannah streicht ein Brett neonpink an. „Wir bauen einen kleinen pinken Raum, so wie wir ihn in der Ausstellung gesehen haben“, erklärt die Achtjährige.

Zuvor sind die Grundschüler im Kunstmuseum durch die Ausstellung „Farbe tanken“ von Rupprecht Geiger gelaufen. „Aber wir haben nicht nur alles angeguckt, sondern es wirklich erlebt“, sagt Greta begeistert. Man habe etwa darüber gesprochen, wie die Farbe wirkt. „Farbe hat einen Geschmack. Rot ist zum Beispiel sauer“, sagt Carlo. Und Josephine findet: „Mir haben die Augen bei den Neonfarben gebrannt.“

“Kunst und Farben laden die Kinder auf“

Kerstin Kuklinski, die die Kunstvermittlung des Museums leitet, sagt: „Kunst und Farben laden die Kinder auf. Es ist jedes Mal spannend, diesen Impuls kreativ umzusetzen.“ Manuela Coutourier vom USB, der seit vielen Jahren in Kooperation mit dem Kunstmuseum den Workshop ausschreibt, erklärt: „Die offenen Ganztagsschulen können sich bei uns mit Kunstprojekten bewerben. Schüler von vier Schulen bekommen dann an jeweils zwei Tagen einen ganz neuen Blickwinkel auf Kunst.“

Bei der Grundschule In der Vöde hat die Bewerbung mit bunt bemalten Zaunlatten geklappt. „Es ist uns natürlich wichtig, dass die Schüler die verschiedenen Materialien neu erfahren und wertschätzen. Wer weiß, dass man mit Raupappen aus dem Müll noch etwas Tolles basteln kann, ist sensibler für Abfallvermeidung und Ressourcenschonung“, sagt Coutourier.

Hauptsache schön bunt

In den gerade gezimmerten, pinken Raum setzt Silas eine kleine Skulptur. „Das ist eine Wasserschildkröte, die haben wir gestern aus Ton gemacht“, erklärt er. „Ist es schlimm, wenn ich mit der Farbe übermalt habe?“, fragt ein Schüler in die Runde. „Nein, das ist gerade gut“, ruft die Leiterin des Workshops, Agnes Motz, zurück.

„Die Begegnung mit Kunst ist individuell. Jeder setzt das, was er in der Ausstellung gesehen hat, anders um“, sagt sie. Und Maika Letizia Wolff, ebenfalls Workshopleiterin, ergänzt: „In der Schule im Kunstunterricht gibt es zwar Noten, hier geht es aber nur darum, etwas selbst zu machen. Ganz ohne Bewertung und Hauptsache: schön bunt.“

>>> Bewerbung mit Recycling-Kunst

Offene Ganztagsschulen können sich jedes Jahr mit Recycling-Kunstwerken für die zweitägigen Kunstworkshops bewerben. In diesem Jahr sind die Grundschule an der Maarbrücke, die Neulingschule, die Grundschule In der Vöde und die Grundschule Auf dem alten Kamp bei den Workshops dabei.

Die Ausstellung des Künstlers Rupprecht Geiger ist noch bis zum 24. September im Kunstmuseum zu sehen. Geiger, der 2009 im Alter von 101 Jahren verstarb, setze sich sein Leben lang mit Farbe auseinander. In der Ausstellung soll die Wesenhaftigkeit von Farbe mit Pinsel und Leinwand wirksam werden.

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