Mobilität

Grünes Licht für erste Fahrradtrasse durch Bochums Felder

Vom städtischen Treiben weit und breit keine Spur, die Umgebung der Schnatstraße präsentiert sich höchst ländlich.

Vom städtischen Treiben weit und breit keine Spur, die Umgebung der Schnatstraße präsentiert sich höchst ländlich.

Foto: Uli Kolmann / WAZ

Bochum-Munscheid.  Radfahrer bekommen nun eine Strecke mit neuer Oberfläche und eigenem Siegel. Sie verläuft zwischen den Zentren von Weitmar und Eppendorf.

Ohne größeren Aufwand bekommt eine Bochumer Straßenverbindung einen noch nicht alltäglichen Titel und den amtlichen Segen: Die Schnatstraße und die Nevelstraße werden offiziell als Fahrradstraßen ausgewiesen. Dazu müssen nun Teilbereiche umgestaltet und Asphaltierarbeiten getätigt werden. Das kostet rund 135.000 Euro und wird mitfinanziert durch das Förderprogramm des Landes zur Nahmobilität in Städten.

Schon seit geraumer Zeit nutzen viele Radfahrer die schmale Strecke, idyllisch gelegen zwischen Wiesen und Feldern auf dem Weg von Eppendorf nach Weitmar. Sie stellt außerdem die Alternative zur Blumenfeldstraße dar.

Alternative zur direkten Strecke über Blumenfeldstraße

Die Blumenfeldstraße führt streckenweise zwischen Feldern von privat Eigentümern hindurch, sie kann daher nicht aus- oder umgebaut und mit separaten Radstreifen versehen werden. Der Erwerb von Flächen durch die Kommune ist auch nicht möglich, stellt das Tiefbauamt fest. Und entdeckte, dass allerdings mit Schnat- und Nevelstraße eine Alternativstrecke besteht.

Die Blumenfeldstraße wiederum präsentiert sich an manchen Stellen ziemlich marode und kann schlecht mit dem Rad befahren werden. Die parallel verlaufende Trasse der Nevelbahn, die zum südlichen Teil der Springorumtrasse gehören soll, wird deshalb asphaltiert. Schon der nach Dahlhausen führende Abzweig wird gern genutzt und mit der neuen Decke und dem Durchstich an der Hattinger Straße wird sie noch attraktiver für den nicht-motorisierten Verkehr.

Selbst die alten Laternen reichen aus

Noch im laufenden Jahr soll die Maßnahme beginnen, dazu ist eine Vollsperrung der vorgesehenen Bereiche nötig, klärte das Tiefbauamt auf. Der besondere Schutz von Natur und Landschaft soll dabei nicht oder nur in äußerst geringem Maße beeinträchtigt werden müssen. Weil die Straßenabschnitte deutlich außerhalb der bebauten Bereiche liegen, solle sogar auf eine Beleuchtung verzichtet werden können. An der Einfahrt in den ländlichen Sektor, der Kreuzung der Nevel- und Schnatstraße bis zur Generalstraße, sind Laternen an alten Holzmasten vorhanden.

Bochum will als „radverkehrsfreundliche Stadt“ gelten

Für die Anerkennung als „radverkehrsfreundliche Stadt“ ist wesentlich, dass wichtige Alltagsrouten gut mit dem Fahrrad befahren werden können. Um diesen Titel hat sich Bochum nach einigen Ortsterminen im Mai 2016 zur Bewerbung bei der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrrradfreundlicher

Städte und Gemeinden in NRW (AGFS) stark gemacht. Die Blumenfeldstraße ist die direkte Verbindung zwischen Eppendorf und Weitmar-Mitte, wo mehrere Schulen und Geschäfte liegen, die von Eppendorfern besucht werden.

Attraktiv für Pendler im Südwesten

So kann mit dem Ausbau von Schnat- und Nevelstraße zwischen Am Moorschacht, Generalstraße und Springorumtrasse eine weitgehend autofreie (bis auf landwirtschaftliche Fahrzeuge) und damit sichere Verbindung zwischen Eppendorf, Weitmar-Mitte und Dahlhausen entstehen. Damit will die Stadtverwaltung das Radwegenetz aufwerten und mehr Pendler ansprechen, die aufs Fahrrad umsteigen können, aber die bisher eine bequeme und eigens ausgewiesene Verbindung vermisst haben.

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