Kommunalwahl

Grüne im Bochumer Süden wollen Wahlerfolg nicht überbewerten

Peter Borgmann (links) von den Grünen und Bezirksbürgermeister Helmut Breitkopf (SPD) wollen die Zusammenarbeit in der Bezirksvertreung Bochum-Süd weiterführen.

Peter Borgmann (links) von den Grünen und Bezirksbürgermeister Helmut Breitkopf (SPD) wollen die Zusammenarbeit in der Bezirksvertreung Bochum-Süd weiterführen.

Foto: SCHILD, Thomas / WAZ FotoPool

Bochum-Süd.  Freude ja, aber kein Übermut: Die Grünen im Bochumer Süden sind stolz auf ihr tolles Wahlergebnis, wissen es aber auch realistisch einzuordnen.

„Stolz, richtig stolz“, war Peter Borgmann von den Grünen im Stadtbezirk Bochum-Süd am Abend der Kommunalwahl. Gerade hatte seine Partei bei den Bezirksvertretungswahlen das beste Ergebnis aller Zeiten erzielt: 27,27 Prozent, mehr als zehn Prozentpunkte mehr als bei der Kommunalwahl 2014. Die CDU wurde überholt, die SPD liegt nur noch knapp vorne. Und doch tritt Peter Borgmann ein bisschen auf die Euphoriebremse.

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Denn ihm sei schon bewusst, dass das überragende Ergebnis der Grünen auch mit der „aktuellen Wetterlage“ in der Politik zu tun habe. Und Peter Borgmann weiß auch, dass viele Erstwähler grundsätzlich eher zu Grün tendieren. Er weiß das Ganze also realistisch einzuordnen. Gleichwohl freut er sich, mit seinen Mitstreitern und Mitstreiterinnen zweitstärkste Partei in der Bezirksvertretung Bochum-Süd geworden zu sein.

Statt drei haben die Grünen dort nun fünf Sitze, ebenso viele wie die CDU und nur einen weniger als die SPD. „Das gibt Auftrieb, weiterhin unsere Themen zu platzieren“, sagt Peter Borgmann, der sich auch auf die weitere Zusammenarbeit mit Bezirksbürgermeister Helmut Breitkopf (SPD) freut. „Der hat seine Arbeit sehr gut gemacht.“

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Der so gelobte Breitkopf will sich wieder zur Wahl als Bezirksbürgermeister stellen und hofft dabei auch auf die Stimmen der Grünen, mit denen die SPD ziemlich sicher weiter koalieren wird. Gemeinsam käme man auf elf Stimmen – bei 19 Sitzen eine sichere Mehrheit.

Den Stimmenverlust seiner Partei (knapp fünf Prozentpunkte) begründet Helmut Breitkopf mit dem allgemeinen Trend. Auch er sieht, dass dieser Trend bei den Grünen den gegenteiligen Effekt hat. Breitkopf sagt das ohne Neid: „Das war früher bei der SPD ja nicht anders.“

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Der Bezirksbürgermeister freut sich auf die nächste Amtszeit. „Wir machen das in der Bezirksvertretung Süd sehr vernünftig“, findet er. „Hier geht es um die Interessen des Stadtbezirks, nicht um politische Ideologien.“ Man werde konstruktiv weiterarbeiten. „Es gibt ja Aufgaben zu bewältigen.“

Breitkopf denkt da besonders an das Uni-Center, „das Zentrum des Südens“, dessen Weiterentwicklung enorm wichtig sei. Bei dieser Arbeit hofft er auch auf die Unterstützung der anderen Parteien. Etwa die der CDU um dem neuen Fraktionsvorsitzenden Michael Bringmann, den Breitkopf seit 20 Jahren aus der Schularbeit kennt – und schätzt.

Bringmann hat zunächst aber andere Baustellen als das Uni-Center – insbesondere parteiintern. Seine Partei ist im Stadtbezirk Bochum-Süd unter 30 Prozent gerutscht. Das gab es noch nie. „Das ist schon traurig. Wir müssen uns jetzt als Partei die Frage stellen, was nicht richtig kommuniziert wurde oder ob wir die falschen Inhalte haben“, sagt der Lehrer vom Walter-Gropius-Berufskolleg.

„Wir werden das intern klären, alles offen auf den Tisch legen und am Ende hoffentlich die richtigen Schlüsse ziehen“, sagt Michael Bringmann. „Wir müssen das als Herausforderung sehen und das Ziel haben, gute Politik zu machen.“

„Erschreckend“ findet Michael Bringmann, „dass viele, die überhaupt nicht im aktiven Wahlkampf waren, mit zum Teil tollen Ergebnissen in politischer Ämter gewählt wurden“. Aber das sei halt „gelebte Demokratie“. Namen will Bringmann nicht nennen.

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