Verkehrsbelastung

Grüne im Bochumer Norden lehnen Ecosoil-Umzug nach Gerthe ab

Vor zwei Wochen demonstrierten zwei Bürgerinitiativen und ein Bürgerverein gegen die Ansiedlung von Ecosoil in Gerthe/Stadtgrenze Castrop-Rauxel.

Vor zwei Wochen demonstrierten zwei Bürgerinitiativen und ein Bürgerverein gegen die Ansiedlung von Ecosoil in Gerthe/Stadtgrenze Castrop-Rauxel.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Bochum-Gerthe.  Die Grünen teilen die Bedenken der Bochumer Anwohner vor Verkehrsüberlastung. Politiker regen an, für den Betrieb einen neuen Standort zu suchen.

Die Grünen im Bochumer Norden bewerten den geplanten Umzug des Bodenaufbereitungsbetriebs Ecosoil von Bochum-Riemke zum Bövinghauser Hellweg in Gerthe kritisch und stellen sich auf die Seite der Bürger aus Gerthe und Castrop-Rauxel, die sich gegen die Ansiedlung stemmen. So gab es vor zwei Wochen eine Kundgebung, an der sich zwei Bürgerinitiativen und ein Bürgerverein beteiligten.

Die zu erwartende hohe Anzahl an Lkw-Fahrten sowie Lärm und Staub sind die Befürchtungen der Anwohner. Nachdem sich die Grünen-Bezirksfraktion Nord gegen die Planung ausgesprochen hatte, hat sich der Ortsverband Bochum-Nord am 18. Oktober auch gegen den Umzug positioniert.

Verkehrsbelastung im Bochumer Norden schon jetzt sehr hoch

„Der Bochumer Norden ist bereits jetzt stark durch Verkehr belastet. Daher setzen wir uns seit längerem dafür ein, dass im Norden keine zusätzlichen verkehrsintensiven Betriebe mehr angesiedelt werden“, betont Christian Schnaubelt, Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Bezirksvertretung Nord. Der Ortsverein Bochum-Nord sieht sich durch das „Verkehrskonzept Nord“ der Stadt bestätigt, das Entlastungen für Mensch und Natur empfiehlt.

Industriegebiet historisch gewachsen

„Der Eingriff in Natur- und Landschaftsschutz-Gebiete ist in unserer dicht besiedelten Stadt für uns ein Tabu, ebenso lehnen wir eine weitere Zunahme des Lkw-Verkehrs in Gerthe ab. Das Industriegebiet am Bövinghauser Hellweg existiert an dieser Stelle nur deshalb, weil es historisch gewachsen ist. Heute würde dort kein Industriegebiet mehr zugelassen werden.“

Ratsmitglied Martina Foltys-Banning: „Wir sind strikt gegen Gewerbeansiedlungen am Bövinghauser Hellweg, wenn diese zusätzliche Verkehrsbelastungen mit sich bringen. Die Fläche liegt mitten im regionalen Grünzug und ist umgeben von Landschaftsschutzgebieten. Zwar existiert dort eine Genehmigung für eine industrielle Nutzung, aber eigentlich ist sie dort völlig fehl am Platze.“

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Zwischen Bauernhöfen und Pferdekoppeln

So eine Ansiedlung gehöre nicht zwischen Bauernhöfe und Pferdekoppeln, die erst über lange Wege durch Wohngebiete erreicht werden könnten, sondern auf eine infrastrukturell gut erschlossene Fläche. Genehmigende Behörde sei zwar das Umweltamt in Hagen, aber die Stadt Bochum muss eine Stellung abgeben und die noch vorzulegenden Gutachten bewerten.

Die Grünen regen an, die Gewerbefläche am Bövinghauser Hellweg, umgeben von Landschaftsschutzgebieten, einer Nutzung zuzuführen, die mit der Lage im regionalen Grünzug vereinbar ist. Für verkehrsreiche Unternehmen, wie die Firma Ecosoil, sollte stattdessen ein zukunftssicherer Standort – mit direkter Anbindung an Bahngleise oder eine Autobahn – gefunden werden.

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