Amtsgericht

Graffiti-Sprayer zu je 500 Euro Geldstrafe verurteilt

Bochum.   Zwei Graffiti-Sprayer sind am Dienstag vom Amtsgericht zu je 500 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Sie hatten eine Wand in Langendreer besprüht. Ihr Anwalt wollte aber Freispruch aus rechtlichen Gründen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die beiden Graffiti-Sprüher waren damals in Langendreer mit Spraydosen, Sturmmasken und Atemschutz angerückt. Doch als sie zur Tat geschritten waren, rückte die Polizei an. Am Dienstag wurden die beiden, ein Koch (26) und ein Paketfahrer (28), wegen Sachbeschädigung zu jeweils 500 Euro Geldstrafe verurteilt (20 Tagessätze).

Die Angeklagten hatten am Abend des 17. Juli 2011 auf die Wände einer Bahnbrücke im Bereich Baroper-/Hauptstraße großflächige Graffiti angebracht. Sachschaden laut Anklage: 800 Euro. Der Verteidiger wollte aber trotzdem einen Freispruch und zitierte dazu entsprechende Entscheidungen anderer Gerichte.

„Das geht in dem alten Geschmiere nicht unter“

Seine Argumentation: An der Wand seien ja schon vorher andere Graffiti gewesen, da sei ein Hinzufügen von weiteren nicht mehr strafbar. Außerdem würde eine Beseitigung ja keine zusätzlichen oder nur marginale Kosten verursachen. Er meinte auch, dass es die Öffentlichkeit durchaus begrüßen würde, wenn die Graffiti-Sprayer zu abgelegenen Orten „jenseits der Zivilisation gehen, um dort ihre Kreativität auszuleben“.

Der Amtsrichter folgte der Rechtsansicht des Anwalts aber nicht. Graffiti auf Bauwerken seien „eine Substanzbeschädigung“ - egal ob die Fläche vorgeschädigt sei. „Das geht nicht in dem alten Geschmiere unter.“

Der Verteidiger wird das Urteil wohl anfechten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (2) Kommentar schreiben