Kommunalpolitik

Gräfingholt will Verschiebung des Bochumer CDU-Parteitags

Lothar Gräfingholt scheidet aus dem Rat aus. Doch der CDU-Politiker aus Riemke weiß, wie Themen auch anderes gesetzt werden können.

Lothar Gräfingholt scheidet aus dem Rat aus. Doch der CDU-Politiker aus Riemke weiß, wie Themen auch anderes gesetzt werden können.

Foto: CDU

Bochum.  Der gewiefte Lokalpolitiker Lothar Gräfingholt will den CDU-Kreisparteitag verschieben. Noch-Vorsitzender Christian Haardt zeigt sich irritiert.

Es rumort hinter den Kulissen der Bochumer CDU. Nach dem angekündigten Rückzug des amtierenden Vorsitzenden Christian Haardt und der recht deutlichen Ankündigung von Dennis Radtke, „mehr Verantwortung“ in der Bochumer Partei übernehmen zu wollen, werden auch die Ortsverbände kecker.

Den Anfang macht Lothar Gräfingholt, Vorsitzender des Ortsverbands Riemke. Er cancelt mit Hinweis auf die Corona-Lange die eigentlich für Dienstag (27.) angesetzte Jahreshauptversammlung im Stadtteil. Doch nicht nur das: „Die Bundeskanzlerin erwartet zu Recht, auf möglichst jeden Kontakt zu verzichten“, so Lothar Gräfingholt in einem Schreiben. Weiter heißt es. „Dementsprechend haben wir den Bochumer CDU -Kreisvorstand aufgefordert, den für November geplanten Kreisparteitag mit mehr als 200 Personen ebenfalls zu verschieben. Nicht alles, was unter Coronabedingungen machbar ist, muss in diesen Tagen umgesetzt werden.“

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Christian Haardt zeigt sich irritiert

Christian Haardt zeigt sich irritiert über die Aktion aus dem Norden der Stadt. Er kenne nur das Schreiben an ihn persönlich. Insbesondere das Vorgehen mutet ihm unüblich an. Dass gleichzeitig eine Pressemitteilung herausgeschickt wurde, überrascht den ehemaligen Landtagsabgeordneten. „Stand heute ist doch, dass wir am 21. November einen coronagerecht organisierten Parteitag abhalten können“, betont Haardt.

Er habe das Schreiben zur Beratung an die anderen Mitglieder des Bochumer CDU-Kreisvorstands weiter geleitet. Haardt weist darauf hin, dass der Parteitag nicht nur wegen der Wahl eines neuen Vorstands nötig sei, sondern auch, um Delegierte für den Ruhr-Bezirks- und Landes-Parteitag zu wählen. Beide sind – anders als der Bundesparteitag – bisher noch nicht verschoben. Die ursprüngliche Planung war, den Parteitag unter Corona-Bedingungen im großen Saal des Ruhr-Kongresses abzuhalten.

Lothar Gräfingholt, dem keinerlei Ambitionen auf ein höheres Parteiamt in Bochum nachgesagt werden, will seinen Vorstoß nicht als Stichelei verstanden wissen. „Nein, es passt aber einfach nicht in die Landschaft. Wir müssen das jetzt nicht machen“, betont er.

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