ARBEITSUNFALL

Gottesdienst auf Opel-Areal in Bochum nach tödlichem Unfall

Links von dem früheren Presswerk, der Halle D3 (rechts im Bild) stand eine Ziegelmauer, der Rest eines früheren Gebäudes. Hinter der eingestürzten Wand ist  in der Ferne nun die Hustadt in Querenburg zu erkennen.

Links von dem früheren Presswerk, der Halle D3 (rechts im Bild) stand eine Ziegelmauer, der Rest eines früheren Gebäudes. Hinter der eingestürzten Wand ist in der Ferne nun die Hustadt in Querenburg zu erkennen.

Foto: KDF

Bochum.   Am Tag nach dem Unfall im früheren Opel-Werk in Bochum wurde der tödlich verunglückten Arbeiter gedacht. Die Unfallursache ist weiter unklar.

Auch einen Tag nach dem tragischen Unglück auf der Baustelle im ehemaligen Opel-Werk in Laer, bei dem am Dienstag zwei Arbeiter ums Leben gekommen sind, gehen die Polizei und der Flächeneigentümer, die Entwicklungsgesellschaft Bochum Perspektive 2022, von einem Arbeitsunfall aus. „Es gibt keinen Anhaltspunkt für ein Fremdverschulden“, sagt Polizeisprecher Volker Schütte.

Die bei Todesfällen automatisch eingeschaltete Staatsanwaltschaft Bochum trifft noch keine Aussagen. „Wir müssen erst die Untersuchungsergebnisse des Amts für Arbeitsschutz abwarten, ob wir Schritte wie etwa eine Obduktion einleiten“, so Christian Kuhnert, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Gottesdienst auf der Baustelle

Gesichert ist mittlerweile, dass es sich bei einem der beiden Toten um einen 23-jährigen Osteuropäer handelt. Der zweite Mann soll dem Vernehmen nach 24 Jahre alt gewesen sein. In einem Gottesdienst auf der Baustelle haben Beschäftigte sowie Angehörige des Auftraggebers Bochum Perspektive gestern der verunglückten Männer gedacht, ein dritter Arbeiter liegt schwer verletzt im Krankenhaus.

Gehalten habe den Gottesdienst ein italienischer Priester. Beschäftigt waren beide Männer bei dem Abbruchunternehmen F+R aus dem saarländischen Neunkirchen, dessen Eigentümer italienische Wurzeln haben.

Größte Halle im ehemaligen Opel-Werk

Die Firma hatte den Auftrag, die Altlastensanierung und den Rückbau der Halle D3 vorzubereiten. D3 ist die Bezeichnung für das ehemalige Presswerk, mit 85.000 Quadratmetern die größte Halle im ehemaligen Opel-Werk.

Zum Zeitpunkt des Unglücks, bei der eine etwa 15 mal 20 Meter große Ziegelwand eingestürzt ist und zwei Arbeiter unter sich begraben hat, haben die verunglückten Männer im Bereich einer freistehenden Mauer gearbeitet, die nach dem Abriss eines Gebäudes in direkter Nachbarschaft zur D3-Halle noch stehengeblieben ist, so Sven Frohwein, Sprecher der Bochum Perspektive.

Die eingestürzte Ziegelsteinwand war eingefasst von Stahlträgern, die nicht umgestürzt sind. Beschäftigt gewesen seien die Männer nicht mit dem Abriss der großen Mauer. Sie sollen vielmehr im Bereich der Einsturzstelle gearbeitet haben. Dabei sei es darum gegangen, die abgebaute Blechfassade und das Dämm-Material zu trennen und den Dämmstoff in Säcke einzupacken.

Projekt-Partner sagen Treffen ab

Die Bochum Perspektive hat, so Sprecher Sven Frohwein, bis auf weiteres alle Arbeiten im direkten Umfeld der Baustelle eingestellt. Auch die Halle D3 soll vorerst nicht betreten werden. An anderen Stellen werde indes weiter gearbeitet.

Abgesagt wurde derweil die für diesen Donnerstag geplante 100. Sitzung des Arbeitskreises Planen und Bauen – Mark 51/7, so der jetzige Name des Industrie- und Gewerbegebiets auf dem Gelände des ehemaligen Opel-Werks.

Eigentlich wollten alle an dem Projekt Beteiligten zur Halbzeit der Reaktivierung des 70 Hektar großen Areals das bisher Erreichte Revue passieren zu lassen und über die Herausforderungen der nächsten vier Jahre sprechen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben