Ruhr-Universität

GLÜG: Das Institut für Glücksspiel wird in Bochum gegründet

Das Unternehmen Westlotto fördert das neue Institut über fünf Jahre.

Das Unternehmen Westlotto fördert das neue Institut über fünf Jahre.

Foto: isp

Bochum.  Das „GLÜG“ kommt nach Bochum. Am Donnerstag wird das Institut für Glücksspiel und Gesellschaft gegründet. Gefördert wird es auch von Westlotto.

Das „GLÜG“ kommt nach Bochum. Julian Krüper ist dafür verantwortlich. Er ist an der Ruhr-Uni Professor an der Juristischen Fakultät. An seinem Lehrstuhl geht es um öffentliches Recht, Verfassungstheorie und interdisziplinäre Rechtsforschung. Nun kümmert er sich auch um das „GLÜG“. Am Donnerstag (21.) wird das Institut für Glücksspiel und Gesellschaft gegründet. Dafür ist kein neues Gebäude entstanden. Krüper bekommt Räume an der RUB zur Verfügung gestellt und mehrere Mitarbeiter.

Es geht um Glück im Spiel. Das aber nicht nur auf einer Ebene. Das neue Institut ist ein drittmittelgefördertes Forschungsinstitut der Ruhr-Uni in Kooperation mit der Heinrich-Heine-Uni Düsseldorf und der Bergischen Uni Wuppertal. Ziel ist, die verschiedenen Dimensionen des Glücksspiels zu erforschen. Es geht um rechtswissenschaftliche, volkswirtschaftliche und sozialwissenschaftliche Aspekte. „Es ist ein Folgeprojekt“, sagt Krüper. „Wir haben uns bereits mit den vielen juristischen Fragen zur Glücksspielregulierung beschäftigt. Jetzt versuchen wir die vielen verschiedenen Aspekte gemeinsam zu erforschen.“

Westlotto und Automatenwirtschaft sind Geldgeber

Am neuen Institut geschieht das mit Hilfe von Drittmitteln. Westlotto und der Verband der deutschen Automatenwirtschaft fördern das Institut über fünf Jahre. „Dass private Unternehmen und der Staat sich zusammentun, ist ungewöhnlich“, sagt Krüper. „Aber es stellt die Sache auf breitere Füße. Wenn etwas durch Drittmittel finanziert wird, setzt man sich immer dem Verdacht aus, dass man sich gemein macht. Aber wir arbeiten da schon redlich wissenschaftlich.“

Krüper wird sich um die juristischen Perspektiven des Glücksspiels kümmern. „Aber das Glücksspiel hat auch eine enorme volkswirtschaftliche Bedeutung. Der Staat ist da Profiteur.“ Allein in NRW habe der Staat im Jahr 2017 650 Millionen Euro an Steuern eingenommen. Darüber hinaus sei das Thema Glücksspiel gesellschaftlich relevant. „Da geht es um das Thema Sucht“, sagt Krüper. „In Nordrhein-Westfalen gibt es 200.000 Suchtspieler.“

>> VERFASSUNGSRICHTER HÄLT FESTVORTRAG

An der Ruhr-Universität werden jedes Jahr viele Millionen Euro bewegt. Im Jahr 2017 hat die RUB zum Beispiel 585 Millionen Euro eingenommen. 122 Millionen davon waren Drittmittel.

Die Gründung des neuen Instituts findet am Donnerstag (21.) ab 16.30 Uhr im Zentrum für IT-Sicherheit statt. Den Festvortrag hält Peter Huber, Richter des Bundesverfassungsgerichts.

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