Befristete Jobs

Gewerkschaft IG Bau kämpft in Bochum gegen befristete Jobs

Die Gewerkschaft IG Bau weist darauf, hin dass nach neuesten Berechnungen vier von zehn neun Arbeitsverträgen befristet sind.

Die Gewerkschaft IG Bau weist darauf, hin dass nach neuesten Berechnungen vier von zehn neun Arbeitsverträgen befristet sind.

Foto: IG BAU

Bochum.  Die Gewerkschaft IG Bau rechnet für Bochum vor, dass 22.400 Beschäftigte einen befristeten Job haben. Sie will Zeitverträge künftig eindämmen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

In Bochum haben derzeit rund 22.400 Beschäftigte einen befristeten Arbeitsvertrag, das berichtet die Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) mit Hinweis auf Erhebungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Somit seien 13,7 Prozent aller Arbeitnehmer in der Stadt von einer Befristung betroffen, so die IG Bau. Hintergrund seien die neuen Zahlen aus dem aktuellen Mikrozensus.

„Es kann nicht sein, dass Unternehmer trotz der guten Lage am Arbeitsmarkt weiterhin so stark auf Befristungen setzen. Die Bundesregierung muss jetzt mit ihrem Versprechen Ernst machen und Zeitverträge per Gesetz eindämmen“, fordert Gabriele Henter von der IG Bau Bochum-Dortmund. Anders als bei einer Schwangerschaftsvertretung oder einer Probezeit gebe es jedenfalls nach Beobachtung durch die Gewerkschaft häufig keine zwingenden Gründe für eine Befristung.

„Berufsanfänger werden gern mit einem Job auf Zeit abgespeist“

„Gerade Berufsanfänger werden gern mit einem Job auf Zeit abgespeist. Sie müssen sich von Stelle zu Stelle hangeln“, kritisiert Henter. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) waren im vergangenen Jahr bundesweit 38 Prozent aller Neueinstellungen befristet. „Wer als Berufsstarter eine Familie gründen oder einen Kredit für die eigene Wohnung oder fürs Auto bekommen will, der braucht keine Zitterpartie, sondern einen sicheren Job“,so die IG Bau-Bezirksvorsitzende.

Die Gebäudereinigung zähle zu den Branchen, in denen Befristungen besonders verbreitet seien. Gerade Frauen litten hier unter wackeligen Arbeitsverhältnissen. „Statt des Prinzips Heuern und Feuern braucht es eine verlässliche Personalplanung“, so Henter weiter. In ihrem Koalitionsvertrag haben Union und SPD festgeschrieben, Befristungen ohne konkreten Sachgrund – wie etwa eine Elternzeitvertretung – einzudämmen. In Betrieben mit mehr als 75 Beschäftigten sollen solche Zeitverträge demnach künftig auf maximal 2,5 Prozent der Belegschaft begrenzt werden. Dazu soll noch vor der Sommerpause ein Gesetzentwurf vorgelegt werden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben