Kinderhilfe

Gewaltbereiter Salafismus als Herausforderung für Ifak

Der Ifak-Vorsitzende Ulrich Pieper (r.) sprach über das zurückliegende Jahr.

Der Ifak-Vorsitzende Ulrich Pieper (r.) sprach über das zurückliegende Jahr.

Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler

Bochum.   Auf dem Jahresempfang der Ifak stellte Geschäftsführerin Friederike Müller laufende und neue Projekte zur Radikalisierungsprävention vor.

Die Arbeit mit den vielen Flüchtlingen aus Krisengebieten ist und bleibt eine große Herausforderung für die Kommunen. Das betonte Uli Pieper, Vorsitzender der Ifak dem Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe – Migrationsarbeit, auf dem Jahresempfang. Dabei hat sich das ungebrochene ehrenamtliche Engagement als wichtige Stütze erwiesen. „Ich bin begeistert von der großen Welle der Hilfsbereitschaft“, lobte er.

Durch Solidarität auf allen Ebenen und der Zusammenarbeit von ehrenamtlichen Kräften, Kommunen und Vereinen entstehe in Bochum eine echte Willkommenskultur. „Ich bin stolz darauf, dass Bochum nicht Dresden ist und es hier kein Bogida gibt“, sagte Pieper. Dies bedeute aber auch, den angekommenen Flüchtlingen eine Perspektive und eine Zukunft zu bieten.

Deswegen hat der Verein Ifak ein neues Projekt ins Leben gerufen, bei dem Flüchtlingskinder nicht nur an Vorbereitungsklassen teilnehmen, sondern in den Unterricht an Regelklassen integriert werden. Die Kinder haben hier auch die Möglichkeit, in kleinen Gruppen die deutsche Sprache zu lernen. Auch Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) betonte, wie wichtig es ist, die Flüchtlinge in das normale Leben zu integrieren. „Ifak ist dabei ein starker Partner. Es ist großartig, dass es den Verein gibt“, bekräftigte die Oberbürgermeisterin.

Wie eine gelungene Kooperation zwischen Ifak und der Musikschule aussehen kann, hat die Gruppe „Rock the Project – Hustadt“ gezeigt, die für das musikalische Rahmenprogramm sorgte. Unter dem Motto „Kultur macht stark“ haben sich Kinder aus dem Stadtteil zusammengefunden und unter Anleitung ihrer Coaches Hendrik Lensing und Julian Köster wöchentlich geprobt. Mit Sozdar (21) und Masen (12) am Keyboard, dem 12-jähirgen Diyar am Schlagzeug und der Nachwuchssängerin Dalya (11) am Mikrofon überzeugten die jungen Musiker mit Liedern von Adel Tawil oder John Legend.

Eine weitere große Herausforderung für die Arbeit der Ifak ist der Umgang mit dem gewaltbereiten Salafismus. „Diese Problematik hat die Gesellschaft überrannt und unsere Arbeit nachhaltig verändert“, resümierte Geschäftsführerin Friederike Müller.

Mit dem seit April vergangenen Jahres laufenden Modell-Projekt „Wegweiser“ ist der Verein der Ansprechpartner für Radikalisierungsprävention gegen gewaltorientierten Salafismus in der Region geworden. Die Geschäftsführerin zog nach fast einem Jahr ein positives Fazit: „Unser Angebot wird gut angenommen.“

Die Diplom-Sozialarbeiterin Friederike Müller stellte auch das neue Projekt „#selam – Gemeinsam stark im Pott“ vor. Aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Jugendverbänden, oder Moscheegemeinden sollen Coaches ausgebildet werden, um Jugendliche zum Thema religiöser Radikalismus zu sensibilisieren und ihnen zu zeigen, welche Jugendhilfestellen es in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft gibt.

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