Polizeistatistik

Gewalt an Bochumer Schulen geht laut Polizeistatistik zurück

Sachbeschädigung ist eines der Probleme an Schulen und Hochschulen. 196 Fälle verzeichnete die Polizei allein im vergangenen Jahr. Ihre Zahl hat gegenüber dem Vorjahren noch einmal zugenommen.

Foto: Volker Herold

Sachbeschädigung ist eines der Probleme an Schulen und Hochschulen. 196 Fälle verzeichnete die Polizei allein im vergangenen Jahr. Ihre Zahl hat gegenüber dem Vorjahren noch einmal zugenommen. Foto: Volker Herold

Bochum.   Es gibt weniger Gewalt an Bochumer Schulen und Hochschulen. Aber: Fälle von Sachbeschädigungen und Hausfriedensbruch nehmen laut Statistik zu.

Das Ereignis ist noch präsent. Im März soll ein 16-jähriger Schüler auf der Schmechtingwiese in der Nähe der Heinrich-Böll-Gesamtschule einem Mitschüler (15) ein Messer in den Rücken gestochen haben.

Die Tat war Teil einer Massenschlägerei, an der 20 bis 25 Jugendliche teilgenommen hatten.

Objektiv habe Kriminalität abgenommen

Beides sorgte für großes Aufsehen und bestätigte all jene, die eine Zunahme von Gewalt und Kriminalität an Schulen festgestellt haben wollen. „Das subjektive Gefühl vieler Menschen ist tatsächlich so, dass die Kriminalität an Schulen zugenommen hat“, bestätigt Marco Bischoff von der Polizei Bochum. „Objektiv können wir aus polizeilicher Sicht aber sagen, dass sie abgenommen hat.“

Gleichwohl gibt es unterschiedliche Tendenzen. In der aktuell von der Stadt in einer Mitteilung an den Rat veröffentlichten Übersicht für die Jahre 2016 und 2017 über Straftaten an Bildungseinrichtungen – von der Grundschule bis zur Hochschule – ist ein leichter Rückgang der Fälle abzulesen: von 687 (2016) auf 667 im Vorjahr.

Das häufigste Delikt sind Diebstähle

Ältere Zahlen belegen, dass an Bochums Schulen und Hochschulen schon deutlich weniger kriminelle Vorgänge geschehen sind. So hat es zwischen 2010 und 2015 einen Rückgang der Straftaten von 757 auf 568 gegeben, ehe vor allem die Zahl der Körperverletzungen und Sachbeschädigungen wieder kräftig zugenommen hat.

Ein Trend, der sich bei den Sachbeschädigungen im Vorjahr noch einmal fortgesetzt hat. Die 196 Fälle sind gegenüber 2015 ein Anstieg um 133 Prozent. Noch häufiger passieren nur Diebstähle (221).

Gründe für Entwicklung seien schwer zu erfassen

Die Gründe für diese Entwicklung sind schwer zu erfassen, zumal keine Zahlen nach Schulformen oder Stadtteilen vorliegen. „Sicher ist es so, dass Delikte heute früher gemeldet werden als in der Vergangenheit“, so Polizei-Sprecher Marco Bischoff. Mit ihren Bezirksbeamten, die Gespräche und Beratungen vor Ort durchführen, reagiere die Polizei auf punktuelle Ereignisse ebenso wie mit Beamten, die im Bereich Verkehr und Kriminalität präventive Angebote machen und dazu auch im Unterricht erscheinen.

Das Schulverwaltungsamt plant, im Rahmen der Ordnungspartnerschaft von Stadt und Polizei ein neues Teilprojekt zum Thema „Gewalt an Schulen“ einzurichten. „Welche Schlüsse aus den Zahlen zu ziehen sind, wie sie zu bewerten sind, Ziele zu definieren und Maßnahmen zu initiieren, das ist die Themenstellung des Projektes“, so Stadt-Sprecher Thomas Sprenger.

>>> INFO: Positive Entwicklung in einigen Bereichen

  • Positiv entwickelt gegenüber dem Vorjahr haben sich 2017 die Delikte in den Bereichen Gewalt, Körperdelikte, Diebstahl, Beleidigung und bei sonstigen Straftaten.
  • Zum Teil liegt die Zahl der Fälle sogar unter jenen aus dem Jahr 2015, als es die wenigsten kriminellen Delikte an Bildungseinrichtungen in der jüngeren Vergangenheit gab.

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