Verbrechen

Getöteter Rentner wird am Samstag in Bochum beerdigt

Die Polizei kommt weiterhin ins Haus des Opfers an der Sechs-Brüder-Straße (re.), um Spuren zu sichern.

Die Polizei kommt weiterhin ins Haus des Opfers an der Sechs-Brüder-Straße (re.), um Spuren zu sichern.

Foto: Svenja Hanusch

Bochum.   Der Rentner (68), der bei einem Überfall in Bochum-Hordel getötet worden ist, wird am Samstag beerdigt. Derweil sichert die Kripo weiter Spuren.

„Eine grausame Tat entriss uns unseren lieben Vater, Schwiegervater, Opa und meinen Lebensgefährten.“ Diese Worte haben am Montag die Hinterbliebenen des 68-jährigen Mannes, der am 4. Februar bei einem Überfall ums Leben gekommen ist, in einer Traueranzeige in der WAZ veröffentlicht. Der Rentner wird am kommenden Samstag in Hordel beerdigt. Er war von unbekannten Einbrechern fast am ganzen Körper mit Klebeband gefesselt worden. Dabei erstickte er.

Derweil sichert die „MK Hordel“ der Kripo nicht nur weiterhin Spuren im Tathaus an der Sechs-Brüder-Straße, sondern macht sich auch ein Bild vom Leben des Mannes. Die Ermittler wollen überprüfen, ob die beiden Täter den Mann möglicherweise gekannt hatten oder nicht. Diese Frage kann sehr wichtig sein, wie zum Beispiel der ähnliche Mordfall Rottstraße von 2017 gezeigt hat. Der Mörder (35) hatte das ältere Ehepaar (78, 79), das er in der Wohnung überfallen hatte, flüchtig gekannt, weil er dort 2015 einmal einen kleinen Wasserschaden beseitigt und die Stelle neu tapeziert hatte.

Langer Prozess wegen brutaler Wohnungseinbrüche

Am kommenden Mittwoch beginnt vor dem Bochumer Landgericht ein langer Prozess, in dem es ebenfalls um brutale Wohnungseinbrüche geht, bei denen Wohnungs- und Hausbesitzer gefesselt worden sind – wie jetzt in Hordel auch. Angeklagt sind zwei Männer (28, 44) und eine Frau (47, alle U-Haft). „Bewohner, die überraschend auftauchten, sollen festgehalten, geschlagen sowie gefesselt oder eingesperrt worden sein“, teilt das Gericht mit.

Die Einbrüche fanden auch im Ruhrgebiet statt, wenn auch nicht in Bochum. In Bochum allerdings sollen die Angeklagten bei einer Polizeikontrolle gefälschte kroatische Dokumente vorgezeigt haben. Laut Anklage stammen sie aus Serbien und Ungarn, sie sollen aber Alias-Identitäten gehabt haben. 34 Prozesstage bis 30. Juli sind angesetzt. Die Anklage ist mehr als 100 Seiten dick.

„International tätiger Einbrecher“ wird weiter gesucht

Weiterhin auf der Flucht ist „ein international tätiger Einbrecher, der in Deutschland wegen einer Vielzahl von verübten Wohnungseinbrüchen dringend tatverdächtig ist“, wie die Staatsanwaltschaft Dortmund am 21. Januar mitgeteilt hatte. „Möglicherweise gibt es auch Bezüge nach Bochum.“ Der Gesuchte (58), der bewaffnet sein könnte, heißt Milan Markovic und soll vor allem in Dortmund insgesamt 13 Wohnungseinbrüche begangen haben. Hinweise an die Kripo Dortmund: 0231/132 7441.

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