Bauarbeiten

Geschäftsfrau übt Kritik an Erneuerung der Schützenbahn

Helga Droste (Mitte) ist sich mit ihren Kundinnen Marita Hötte (li.) und Claudia Schrader einig: Die Erneuerung der Schützenbahn sei „unnötig“.

Foto: Dietmar Wäsche

Helga Droste (Mitte) ist sich mit ihren Kundinnen Marita Hötte (li.) und Claudia Schrader einig: Die Erneuerung der Schützenbahn sei „unnötig“. Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.  Ab Dienstag erneuert die Stadt das Pflaster der Schützenbahn. Eine Geschäftsfrau übt Kritik. Sie hält die Arbeiten für „völlig unnötig“.

„Nicht schon wieder!“ Widerwillig erinnert sich Helga Droste an den Umbau des Textilhauses Baltz. „Ein Wunder, dass wir die drei Jahre überlebt haben.“ Nun bangt die Chefin der „Modestube“ vor der nächsten Dauerbaustelle vor ihrem Geschäft. Die Schützenbahn wird erneuert. „Völlig unnötig“, wie Helga Droste meint. Die Stadt widerspricht.

Am Dienstag beginnen die Arbeiten in der City. Auf 80 Metern wird gebuddelt. Kosten: 270 000 Euro. Dauer: bis Mitte Juli. Damit drohten just in den wichtigen Monaten vor der Urlaubszeit massive Umsatzeinbußen, befürchtet Helga Droste, die die Boutique seit 16 Jahren führt. Dabei sei die Schützenbahn noch gut in Schuss. Meinen auch ihre Stammkundinnen Claudia Schrader und Marita Hötte: „Das Geld wäre woanders besser aufgehoben. Schauen Sie sich mal die Heckertstraße an.“

Das Pflaster ist über 15 Jahre alt

Die Stadt lässt keinen Zweifel: Die Schützenbahn habe eine Erneuerung nötig. „Das Pflaster ist über 15 Jahre alt und hat sich aufgrund der Belastung durch Anlieferfahrzeuge, das Gefälle und die ungebundene Bauweise auf einer Schottertragschicht auf dem Beton der Tiefgarage in Richtung Boulevard verschoben“, so Sprecherin Annika Vößing.

Die Bauzeit sei mit den Anliegern abgesprochen worden. Vößing: „Ursprünglich sollte die Sanierung im September 2016 nach dem Musiksommer beginnen.“ Das hätte aber bedeutet, dass die Arbeiten während des Weihnachtsmarktes unterbrochen und erst im Januar wieder aufgenommen werden. Die Anlieger und Geschäftsleute hätten sich daraufhin die zusammenhängende Baustelle in diesem Jahr gewünscht.

Endgültig verschwinden werden nun die Rostflecken, die während der Baltz-Erweiterung durch Stahlschutzplatten auf dem Pflaster entstanden waren. Das Modehaus hatte 2015 angeboten, die Steine auf 100 Quadratmetern auszuwechseln. Die Stadt verwies damals auf die anstehende Kompletterneuerung der Schützenbahn. Von einer angebotenen Beteiligung von Baltz an den Gesamtkosten (die Rede war von 10 000 Euro) ist in der aktuellen Mitteilung der Stadt keine Rede mehr.

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