Urteil

Gericht mildert Strafe für Lidl-Erpresser etwas ab

An drei Lidl-Filialen hatten die Täter damals Sprengsätze gezündet. Eine Mitarbeitern wurde verletzt.

An drei Lidl-Filialen hatten die Täter damals Sprengsätze gezündet. Eine Mitarbeitern wurde verletzt.

Foto: dpa

Bochum.   Das Paar, das mit Bomben den Discounter Lidl erpresst hatte, ist in einem zweiten Prozess zu neun bzw. fast neun Jahren Haft verurteilt worden.

Die Strafe für das Paar, das den Lebensmittel-Discounter Lidl mit selbstgebauten Rohrbomben erpresst hatte, ist am Dienstag in Bochum etwas abgemildert worden. Nachdem der Bundesgerichtshof das erste Urteil von 2017 – zehn Jahre Haft für beide – wegen kleinerer Rechtsfehler teilweise aufgehoben hatte, bildeten andere Richter nun eine neue Strafe. Der Mann (49) bekam neun Jahre Haft, seine Partnerin (55) acht Jahre und neun Monate Haft.

Das Paar aus Gelsenkirchen sitzt seit Juli 2016 in U-Haft. Um von Lidl zehn Millionen Euro zu erpressen, hatten die beiden im Jahr 2012 Sprengsätze an Filialen in Wattenscheid und Bottrop gezündet sowie 2016 in der Getränkerückgabe einer Filiale in Herten. Dort wurde eine Mitarbeiterin am Bein verletzt und erlitt ein Knalltrauma. Die Richter werteten dies als versuchten Mord.

„Da muss man zum Schutz der Allgemeinheit deutliche Strafen verhängen“

„Zahlen Sie oder sterben Sie!“, hatte das Paar damals an Lidl zum Beispiel gemailt. Der Plan ging total schief. Nur 1800 Euro haben die Erpresser von Lidl erbeutet.

Richter Johannes Kirfel sagte, dass unterhalb der jetziges Strafmaßes „nichts zu machen“ sei. „Da muss man zum Schutz der Allgemeinheit deutliche Strafen verhängen.“

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