Kirche

Gemeinde in Bochum-Werne sammelt Ideen für Kirchen-Erhalt

Die Herz Jesu-Kirche in Werne wird 2030 geschlossen. Überlegt wird nun, wie das dann entwidmete Gotteshaus künftig genutzt werden kann, um das Gebäude zumindest erhalten zu können.

Die Herz Jesu-Kirche in Werne wird 2030 geschlossen. Überlegt wird nun, wie das dann entwidmete Gotteshaus künftig genutzt werden kann, um das Gebäude zumindest erhalten zu können.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Bochum-Werne.  Bis 2030 wird die Herz-Jesu-Kirche in Bochum-Werne geschlossen. Die Gemeinde überlegt nun, wie zumindest das Gebäude erhalten bleiben kann.

Türen schließen, einen Sicherungszaun rund herum errichten und dem langsamen Verfall der Denkmal geschützten Gotteshauses zusehen. Ist das die Lösung für die Herz-Jesu-Kirche, wenn sie spätestens im Jahr 2030 vom Ruhrbistum entweiht wird? Oder gibt es eine andere Lösung für den 1909/10 errichteten Kirchenbau? Darüber diskutierten 22 Aktive der Arbeitsgemeinschaft „Zukunft Herz-Jesu-Kirche“, als sie zum ersten Treffen zusammenkamen.

Erste Ideen gibt es schon

Erste Überlegungen führten zu Alternativnutzungen wie Kolumbarium, Kulturraum, Kletterhalle und gar einer Indoor-Kartbahn (nicht ernst gemeint!). Klar ist auf jeden Fall, dass sich bis 2030 vieles verändert. Dafür sorgt der im Frühjahr 2017 gestartete Pfarreientwicklungsprozess (PEP) für die Pfarrei Liebfrauen Bochum.

Gemeindereferent Marcus Steiner gab beim Treffen zunächst einen Überblick. „Bis auf St. Elisabeth in Gerthe, das kein Gemeindezentrum an der Kirche hat, werden alle Gemeinden der Pfarrei in den nächsten Jahren ein Gebäude verlieren“, erklärte er. Für Herz Jesu in Werne sei es die Kirche, in der Gemeinde Liebfrauen in Altenbochum das benachbarte Gemeindezentrum, so der Seelsorger weiter.

Pfarrhaus trägt sich selbst

Zum Beschluss, das Gemeindehaus am Hölterweg zu erhalten, meinte er: „Wir haben im Haus eine hohe Auslastung und gute Mieteinnahmen zur Deckung der Betriebskosten. Alle Gemeindegruppen treffen sich hier.“ Die Kirche habe jedoch nur einen Hauptzweck: Gottesdienste für und mit den Menschen der Gemeinde zu feiern. Der Gottesdienstbesuch sei aber stark rückläufig. Steiner: „Wir haben versucht, das mit neuen Andachtsformen aufzuhalten. Ohne großen Erfolg.“

Kirche ist in gutem Zustand

Zur Kirche hieß es von Steiner: „Sie ist nach der Sanierung bis 2016 in einem sehr guten Zustand. Kosten verursachen vor allem die Heizung (5000 bis 8000 Euro im Jahr) sowie die kommunalen Abgaben.“ Etwa die Gebühren für Niederschlagswasser. Aufgrund der großen Dachflächen seien diese sehr hoch. Die pragmatische Lösung für die Pfarrei und das Ruhrbistum als vorgesetzte Kirchenbehörde hieß deshalb, die Kirche mittelfristig zu schließen und einer neuen Nutzung zuzuführen.

Die Besucher nahmen den Faden inhaltlich auf. In fünf Arbeitsgruppen ging es los. „Welche erlaubte Nutzungen stellt sich das Bistum vor?“, fragte Magdalene Böker stellvertretend für ihre Gruppe. Peter Kracht machte für „seine“ Arbeitsgruppe deutlich: „Wir müssen die Stadt mit ins Boot holen, um ein stadtteilübergreifendes Konzept zu entwickeln.“ Walter Stiel fand: „Unser Arbeitskreis schlägt eine kulturelle Nutzung mit Konzerten, Kunstausstellungen und mehr vor.“ Dafür sei zunächst eine (Teil-)Bestuhlung im Kirchenraum vordringlich, um flexiblere Sitzmöglichkeiten anstelle der Bänke zu haben. Andere fanden wiederum einen Gottesdienstraum verbunden mit einem Kolumbarium (Ort zur Aufbewahrung von Urnen) wichtig. Ziel: den traditionellen Beerdigungsgottesdienst mit der Beisetzung direkt am Ort zu verknüpfen.

Gemeinderat bespricht die Ergebnisse

In der folgenden Diskussion brachte es Klaus-Peter Eschert auf den Punkt: „Am Ende zählen leider nur betriebswirtschaftliche Gründe: Führt der eingeschlagene Weg zur Deckung der Kosten oder nicht.“ Für Steiner war diese erste Veranstaltung ein Erfolg. „Es bestand ein intensives Interesse, selbst an der neuen Nutzung der Kirche mitzuwirken“, erklärte er erfreut. Der Gemeinderat werde nun das Ergebnis besprechen und zu einem nächsten Treffen der Arbeitsgemeinschaft einladen.

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