Corona

Gegen den Corona-Blues: Bochumer Gemeinde bastelt 1000 Engel

Papierengel werden zu Hoffnungsboten bei der Aktion „1000 Engel für Bochum-Stiepel“ der evangelischen Gemeinde.

Papierengel werden zu Hoffnungsboten bei der Aktion „1000 Engel für Bochum-Stiepel“ der evangelischen Gemeinde.

Foto: Wicho Herrmann

Bochum-Stiepel.  Um den Menschen in der schwierigen Corona-Zeit Zuversicht zu schenken, ruft eine Bochumer Gemeinde zum Basteln auf: 1000 Engel sind das Ziel.

„Vereinzelung und Einsamkeit macht vielen alten, aber auch jungen Leuten ordentlich zu schaffen in Zeiten der Corona-Pandemie“, stellt die evangelische Kirchengemeinde Bochum- Stiepel fest. Angesichts steigender Infektionszahlen und entsprechender Schutzmaßnahmen von Seiten der Stadt dürfte dieses persönliche Problem noch zunehmen. Daran soll sich nun etwas ändern. Die Gemeinde will mit Hilfe von himmlischen Boten Menschen einander wieder näherbringen und Hoffnung geben. Dazu startet sie die Aktion „1000 Engel für Stiepel“.

Wer mitmachen möchte, soll bis zum 20. November selbst hergestellte Engel im Gemeindebüro, Brockhauser Straße 74 a, abgeben. Die Vorlage dafür gibt es im Büro sowie auf der Homepage der Kirchengemeinde (siehe Infobox). Die Gemeinde sucht nun viele Mitwirkende und ruft deshalb zum Mitbasteln auf. Das Ziel: Zu Beginn der Adventszeit möglichst viele handgefertigte Engel aus Papier mit einem Adventsgruß an Haushalte im Stadtteil zu verteilen.

„Um mitzumachen, muss man übrigens nicht evangelisch sein. Alle Stiepelerinnen und Stiepeler, die ein Zeichen der Mitmenschlichkeit und Hoffnung setzen wollen, können mitmachen“, erklärt Pfarrerin Christine Böhrer dazu. Ihr ist es persönlich wichtig, dass solch ein Engel ein Lachen auf das Gesicht der Beschenkten zaubert. „Wenn dieser dann als Doppelgänger zusätzlich auch noch von einer Nachbarin oder Nachbarn kommt, desto besser“, schmunzelt die Pfarrerin.

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Denn: Die gebastelten Himmelsboten verbinden schon jetzt Menschen im Stadtteil miteinander. Böhrer: „Verschiedene WhatsApp-Gruppen unserer Gemeinde verschicken sie bereits. Und das auch wer weiß wohin noch. Ihre virtuelle Reise haben unsere Engel also schon angetreten.“ Die Aktion spreche dabei Menschen an, die mit der Kirche sehr verbunden sind, aber auch solche, die sonst weniger Bezug zur Kirche haben.

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Die Idee zum Projekt entstand im Gespräch mit PresbyterInnen. „Wir überlegten, wie wir Menschen unserer Gemeinde erreichen können, die aufgrund der Corona-Lage viele Kontakte meiden müssen. Beispielsweise sich nicht mehr in die Gottesdienste trauen und/oder zu zurückhaltend sind, um um Hilfe zu bitten. Auch für die wollen wir da sein“, so die 41-Jährige.

Personen aus verschiedenen Gemeindegruppen machen bisher mit. Das sind zum Beispiel der Besuchskreis, die Ü 40-Gruppe, Konfirmanden sowie das Presbyterium. Böhrer: „Das Schöne an der Aktion ist ja, dass Menschen aller Generationen mitmachen können. Eltern basteln mit ihren Kindern. Die Jüngsten sind bisher sieben Jahre alt, die Älteste über 80 Jahre.“

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Und so geht das Mitmachen: Zum Engel basteln benötigen die Mitwirkenden zunächst nur die einfache Papierschablone. Hinzu kommen eine Schere, ein paar bunte Stifte und etwas Kreativität. Böhrer: „Wie der Engel bemalt wird, ob eher konkret oder abstrakt, steht jedem frei. Man kann ihn auch bekleben oder besticken – oder was einem sonst noch einfällt.“ Jeder Engel ist damit ein Unikat, gestaltet von einem Kind oder Erwachsenen. Für die Pfarrerin ist dieser letztlich stets ein Bote Gottes, überreicht von Leuten, die in dieser besonderen Zeit auch an ihre Mitmenschen denken.

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