Info-Blatt

Geflüchtete sollen vor Betrügern besser geschützt werden

Tareq Alaows und Michael Niggemann (Refugee Strike) und Michael Klöpsch (Vonovia, mi.) stellten den Aushand vor.

Foto: Ingo Otto

Tareq Alaows und Michael Niggemann (Refugee Strike) und Michael Klöpsch (Vonovia, mi.) stellten den Aushand vor. Foto: Ingo Otto

Bochum.  Das Wohnungsunternehmen Vonovia und Refugee Strike haben ein Info-Blatt auf Arabisch entwickelt. Es warnt Geflüchtete vor „falschen Freunden“.

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Ein junger Flüchtling muss ein Telefongespräch mit der Behörde führen. Großzügig hilft ihm ein Dolmetscher, nimmt das Telefon an sich und klärt die Angelegenheiten. Dafür will er danach plötzlich zehn Euro haben.

Solche Fälle sind, auch in Bochum, nicht selten. Auch angebliche Makler sprechen oft Flüchtlinge an und wollen ihnen Wohnungen zeigen. Für mehrere hundert Euro Vermittlungsprovision.

Oft wird nicht nachgefragt

Dagegen wollen das Immobilienunternehmen Vonovia und die Organisation Refugee Strike etwas unternehmen. Sie entwickelten gemeinsam einen Aushang auf Arabisch, der die Flüchtlinge vor betrügerischen Dolmetschern und Maklern warnt. Dabei wird darauf hingewiesen, dass die Beratung und Besichtigung einer Wohnung bei Vonovia kostenlos ist.

In den Herkunftsländern ist es nämlich gang und gäbe, dass ein Makler Geld für eine Besichtigung verlangt. Außerdem müssen die Flüchtlinge auch sonst für vieles zahlen, weshalb sie oft nicht mehr nachfragen.

Auch Rechtsberatung wird angeboten

Dazu wurde eine Hotline eingerichtet, wo Geflüchtete sich informieren und Kontakt aufnehmen können. Denn nicht alle Makler und Dolmetscher haben schlechte Absichten. So wird ihnen geholfen, einen passenden Makler zu finden.

Außerdem soll der Unterschied zwischen der Politik in Deutschland und dem Heimatland erläutert werden. In diesem Punkt kommt der Verein Refugee Strike ins Spiel, dessen Sprecher Tareq Alaows ist Jurist und bietet den Geflüchteten eine Rechtsberatung an. Er selbst kommt aus Syrien und ist in Deutschland längst fest eingegliedert. Das wünscht er sich für andere Migranten auch.

Wohnen und Integrieren

Jedoch lassen sich Betrügereien nicht vollkommen verhindern. „Wir arbeiten sehr gut zusammen und wollen das weiter fördern. Trotzdem erhoffen wir uns Interesse auch von anderen Wohnungsunternehmen, um mehr bewirken zu können“, sagt Tareq Alaows.

Auch die Stadt vermietet Wohnungen an Flüchtlinge, oft in Häuser, wo bereits Geflüchtete wohnen. Vonovia hat ein anderes Konzept und bringt geflüchtete Familien in Häusern mit deutschen Mietern unter. Das stärke den Kontakt unter Nachbarn. Es bedürfe einer „gesunden Mischung“ der Familien, um Integration zu gewährleisten, so Vonovia-Sprecher Max Niklas Gille.

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