Kult-Kauffrau

Ganz Bochum wünscht Elli Altegoer „gute Besserung!“

Im letzten Jahr öffnete Elli Altegoer ihrer Kiosk noch einmal beim Festwochenende zum 100. Geburtstag des Schauspielhauses. Die Klümpkes gingen im Theaterfoyer ruckzuck weg.

Im letzten Jahr öffnete Elli Altegoer ihrer Kiosk noch einmal beim Festwochenende zum 100. Geburtstag des Schauspielhauses. Die Klümpkes gingen im Theaterfoyer ruckzuck weg.

Foto: JBS

Bochum.  Elli Altegoer (81), stadtbekannte Bochumer Büdchen-Besitzerin, muss nach einem Sturz zurück ins Leben finden. Ein Besuch am Krankenbett.

Elli Altegoer war immer eine Powerfrau, und das ist sie auch mit 81 noch. Aber im Moment fällt es ihr schwer, dies zu zeigen. Die stadtbekannte Büdchen-Besitzerin aus Bochum lag nach einem Sturz im Krankenhaus Nun wartet sie im Pflegebett auf die Reha. Ein Besucht am Krankenbett.

Bald geht’s in die Reha

„So ein Schiet!“ – Elli kann kaum fassen, dass ausgerechnet ihr das passiert ist. „Ich bin zu Hause schwer gestürzt und kam mit Beckenbruch ins Krankenhaus“, erzählt sie. „Schmerzen waren das !“ Aber der Heilungsprozess verläuft gut, nur eines geht nicht: aufstehen und rumlaufen. „Das fällt mir so schwer“, sagt Elli Altegoer, „ich war doch immer auf den Beinen und hatte immer was zu tun.“

45 Jahre war ihr „Büdchen“ geöffnet

Kann man wohl sagen! Für Generationen war Ellis Laden an der Ecke Farnstraße/Königsallee eine feste Adresse, kaufen, klönen, kalauern – mit Mutterwitz und großem Herzen führte die Bochumerin ihr „Etablissement“, bis im Februar 2014 Schluss war. Damals hing Elli Altegoer ihren Kittel endgültig an den Nagel und machte zu. 45 Jahre hatte ihr kleiner Laden für die Nahversorgung im Ehrenfeld und für ungezählte Pausensnacks der nahe gelegenen Gymnasien gesorgt.

„Ich wollte ja noch gar nicht“, sagt sie noch heute, auf dem Krankenbett, „aber da hatte die Vernunft einfach mal gesiegt.“ Dem Alter Tribut zollen zu müssen, fällt ihr merklich schwer, aber im Moment hat sie keine Wahl. „Jetzt liege ich hier“, sagt sie, „und warte auf die Reha“. Ende Oktober soll der „Wiederaufbau“ starten, dann geht’s nach Bad Iburg.

Bis es soweit ist, freut sich Elli Altegoer über regen Zuspruch, von ihrer Familie, aber auch von vielen Bochumerinnen und Bochumern: „Es ist toll, wie viele Leute an mich denken“, sagt sie, weist auf einen Stapel Karten und drückt sich ein Tränchen weg. „Hier“ – sie holt eine große Genesungswunsch-Karte hervor – „die hat das Schauspielhaus geschickt, alle haben unterschrieben!“

Viele Schauspieler, viele Geschichten

Und dann erzählt sie, begeistert wie eh und je, von „ihrem“ Theater, von all den Schauspielern, „Hannelore Hoger, Armin Rohde, Marie-Luise Marjan“, die in ihrem Büdchen ein und aus gingen. Und von Matthias Hartmann, dem berühmten Intendanten, der sie ganz besonders in sein Herz geschlossen hatte.

Alles Gute, Elli. Und komm’ bald wieder auf die Beine!

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