Amtshaus Altenbochum

Früheres Amtshaus Altenbochum ist jetzt ein Heim für viele

Christian Wierzba und Dina Lindemann-Wierzba haben mit viel Engagement das Alte Amtshaus Altenbochum als Wohnhaus wieder nutzbar gemacht.

Christian Wierzba und Dina Lindemann-Wierzba haben mit viel Engagement das Alte Amtshaus Altenbochum als Wohnhaus wieder nutzbar gemacht.

Foto: Gero Helm

Bochum-Altenbochum.   Christian Wierzba hat das alte Amtshaus Altenbochum restauriert und vor dem Verfall bewahrt. 1860 wurde das Gebäude als „Friedrichsburg“ erbaut.

Die Ansicht von der Straße aus kennt wohl jeder, der über die Wittener Straße kommt oder den Springorum-Radweg entlangfährt. Als „Amtshaus“ hat das schmucke Gebäude längst seine Funktion verloren, das zuvor 1860 als „Friedrichsburg“ entstand war. Zu einer Zeit „da war hier rundherum praktisch nichts“, meinen Christian Wierzba und seine Frau Dina nicht ohne Schmunzeln. Heute liegt der rote Klinkerbau dagegen mittendrin: Hintenraus gibt es einen großen Spielplatz, nebenher führt der Wanderweg über die alte Eisenbahntrasse und mit der B 226 liegt eine Hauptverkehrsstraße direkt vor der Tür: „Eine super Lage.“

Diesem „Nichts“ der frühen Tage hätte sich das „klassische westfälische Bürgerhaus“ aber in der Neuzeit bald gegenüber gesehen, denn nach einigen Kapiteln in seiner Geschichte ab 1860 drohte ihm der Verfall. Bis es 1996 in die Denkmalliste aufgenommen wurde und es Christian Wierzba dann 2015 im offenen Bieterverfahren von der Stadt kaufen konnte. „Das sah drinnen wirklich schlimm aus, an manchen Stellen waren die Decken abgestützt, teilweise waren die Räume nicht begehbar. Dabei war das so bis 1990 ‘rum noch bewohnt,“ weiß der „Burgherr“. Noch aus seiner Zeit als Briefträger, allerdings war er da auch noch Student, hatte keine Baufirma wie zu dem Zeitpunkt, als er sich zum Kauf entschloss.

Die Denkmalbehörde wollte daraufhin „einen 30-seitigen Aufsatz“ mit seinem Konzept für die Ruine haben. Er listete die Schäden auf und verhandelte mit den amtlichen Denkmalschützern. „Es sollte als Wohnhaus bestehen bleiben. Die Treppenhausanlagen und die Fassade sollten originalgetreu sein, sogar die Eichenbalken. Bis auf gerade mal drei waren die aber alle verfault,“ erinnert sich der 52-Jährige.

Die Sanierung des Amtshauses dauerte ein Jahr

Ausdrücklich lobt er die städtischen Denkmalschützer, die ihm auf dem Weg zur eigenen Burg nicht unnötig Steine in den Weg legten. Heute, im Innern umgeben von dunkelblauen Fliesen, unter hohen stuckverzierten Decken und auf klassisch westfälischen Bodenfliesen, fasst er zusammen: „Wir mussten vieles wirklich neu erfinden.“

Das war ihm dieser „Glückstreffer“ aber wert, „als Gutshaus in dieser Gegend schon regelrecht einzigartig, etwas für Liebhaber. Vorn wohnten die Herrschaften, hinten waren das Gesinde und die Remise untergebracht.“ Der Anbau wurde entkernt, ein Jahr dauerte die Sanierung, „das war schon ziemlich flott“. Bis dann vorne sieben, hinten fünf Wohnungen entstanden waren, auch mit Raum für Wohngemeinschaften für zusammen 25 Studenten. Immerhin, „nein, Angst vor der Sanierung hab’ ich nie gehabt,“ blickt Wierzba zurück.

Vielleicht deshalb hat er an der Mauer zur Straße ein Wappen angebracht. Nicht auf den ersten Blick zu erkennen, aber es ist eine Biene. „Fleißig,“ meint Wierzba knapp, aber stolz.

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