Schwimmen

Freizeitbad Heveney will sich gegen Konkurrenz behaupten

Organisch-runde Formen sollen Harmoniegefühl wecken: Heveneys Außenbecken und Rutschenturm.

Organisch-runde Formen sollen Harmoniegefühl wecken: Heveneys Außenbecken und Rutschenturm.

Foto: WAZ/FotoPool

Bochum/Witten.  Das Unterhaltungsangebot im Revier ist riesig, die Konkurrenz untereinander gewaltig. Das Freizeitbad Heveney am Kemnader See bekommt diesen Druck deutlich zu spüren. Seit 2010 sind die Besucherzahlen zurück gegangen. Mit neuen Angeboten sollen die Menschen nun wieder zurück gelockt werden.

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Mit Besucherrückgang haben deshalb die teils in die Jahre gekommenen sieben Freizeitparks des Regionalverbandes Ruhr (RVR) und speziell ihre Bäder zu kämpfen. Auch die Freizeitgesellschaft Kemnade, an der der RVR mit knapp 70 Prozent beteiligt ist, spürt diesen Konkurrenzdruck.

Leicht rückläufig in den letzten Jahren sind die Besucherzahlen im Freizeitbad Heveney: Wurden dort 2010 noch 392.000 Gäste gezählt, so waren es 2011 rund 389.000. Und in diesem Jahr ließen sich bisher 373.000 Besucher dort blicken. „Mehrere Bäder, wie etwa in Hagen oder Gevelsberg, haben aufgerüstet, das lockt natürlich Gäste“, weiß Wilfried Perner, Geschäftsführer der Freizeitgesellschaft Kemnade GmbH, um den verstärkten Druck.

"Jung, frisch - aber mit Niveau"

Aber der 68-Jährige findet auch: „Mindestens genauso wichtig wie das Bad ist die Entwicklung des Kemnader Sees und seines Umfeldes“. Denn auch die werden von der Freizeitgesellschaft bewirtschaftet. Auf dem See und an seinen Ufern tummeln sich jedes Jahr etwa 1,5 Millionen Besucher.

Eine seit etwa acht Jahren gleichbleibende Zahl, die sich vielleicht in nächster Zeit nach oben schrauben lässt: Denn im kommenden Frühjahr soll die Skaterbahn rund um den See eröffnet werden. Schon durch ihre abendliche Beleuchtung (bis 23 Uhr) wird sie eine Attraktion, die Inliner-Fans von weit her anlocken könnte. Gut entwickelt in den letzten beiden Jahren haben sich auch die Surfschule in Oveney und das Blue Beach in Stausee-Nähe unter seinem neuen Pächter. Im April will dann das Restaurant „Fabbrica Italiana“ im Bootshaus Oveney eröffnen. Wer in diesem Sommer versuchte, einen Platz in dessen bereits eröffnetem Biergarten zu ergattern, der ahnt, dass auch das Restaurant ein Besuchermagnet werden könnte.

Und ein Stück Erfolgsgeschichte am Kemnader See wird bereits seit einigen Jahren durch das Zeltfestival Ruhr geschrieben: „Ein Imagegewinn“, findet Perner. Denn es helfe der Freizeitgesellschaft, dem See ein neues Gesicht zu geben: „Jung, frisch - aber mit Niveau.“

Saunabereich weiter aufpeppen

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde auch am 1985 eröffneten Freizeitbad Heveney allerhand getan: 2004/05 stand eine Modernisierung und Erweiterung an, Außenbecken und Rutschenturm kamen ebenso wie eine Liegehalle am Schwimmbad hinzu. Und regelmäßig wurde in den letzten Jahren die Saunalandschaft zeitgemäß verändert. Sie verfügt inzwischen über acht Saunen, zwei Dampfbäder und ein Valobad zur Entspannung. Südländische Pflanzen, Bruchsteinmauern und ein kleiner Wasserfall geben diesem Teil der Anlage südländisches Flair. Doch auch ein Anklang an die Reviergeschichte findet sich hier: In der Stollensauna fühlt man sich fast wie unter Tage. An ihrem Ende befindet sich eine Art Lore, in die der Saunaofen eingelassen ist - eine originelle Idee. Und die Hütte der Erdsauna hat irgendwie Schwarzwald-Charme. Um mit der zunehmenden Konkurrenz Schritt zu halten, denkt Wilfried Perner jedoch darüber nach, den Saunabereich in nächster Zeit weiter aufzupeppen.

Dass Seeufer und Bad gleichwohl ihre Fans haben, zeigte sich am Mittwochvormittag: Um elf Uhr standen auf dem Heveney-Parkplatz rund 200 Gäste-Wagen.

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