Live-Kultur

Freitagskonzerte in der Pauluskirche sind ein Erfolgsmodell

Waren schon öfter n der Pauluskirche zu Gast: Organist Hans-Joachim Heßler und der Gitarrist Thorsten Töpp.

Waren schon öfter n der Pauluskirche zu Gast: Organist Hans-Joachim Heßler und der Gitarrist Thorsten Töpp.

Foto: NonEM

Bochum.  In der Bochumer Pauluskirche gibt es jeden Freitag kostenlose Konzerte mit Klassik und Jazz. Im nächsten Jahr steht ein Jubiläum an.

Die Pauluskirche gehört zur Evangelischen Kirchengemeinde Innenstadt und liegt an der Grabenstraße mitten in der Stadt zwischen Kaufhäusern und Geschäften. Neben der Gemeindearbeit spielt gerade hier die Citykirchenarbeit eine wichtige Rolle – dazu gehören die kostenlosen Orgelkonzerte, die an jedem Freitagnachmittag um 17 Uhr stattfinden. Die WAZ sprach mit dem Organisator der Reihe, dem Musiker Hans-Joachim Heßler.

Die Orgelkonzertreihe gibt es seit 1995. Wie kam es damals dazu, sie ins Leben zu rufen?

Wir waren ein Team von Organisatoren und Musiker, die nach neuen, guten Spielorten für Musik suchten. Unser Blick fiel damals auf die Innenstadtkirchen im Ruhrgebiet. Sie liegen zentral, es werden viele Menschen erreicht. Am Anfang stand noch die Idee im Raum, mit den Musikaufführungen den Passanten oder Einkaufenden in den Citys einen kleinen Freiraum zur Einkehr, zur „Pause vom Konsum“ zu ermöglichen.

Ist das heute nicht mehr so?

Nicht mehr so sehr wie früher. Inzwischen begrüßen wir bei den Nachmittagskonzerten weniger „Laufkundschaft“ als vielmehr einen interessierten Zuhörerkreis, der speziell wegen der angebotenen Programme oder der Gastkünstler kommt.

Das spricht für das Niveau der Veranstaltungen.

Die Konzerte werden von renommierten Musikern aus dem Ruhrgebiet, aber auch von international tätigen Künstlern gestaltet. Das heißt, es darf natürlich eine große musikalische Qualität erwartet werden. Dazu kommt ein Abwechslungsreichtum. Neben Orgelkonzerten werden Konzerte auch mit anderen Instrumenten angeboten, oder es werden klassische Kompositionen modernen, auch Pop-Kompositionen gegenüber gestellt.

Also ein Erfolgsmodell?

Was Bochum angeht, auf jeden Fall. Wir haben in der Pauluskirche im nächsten Jahr 25-jähriges Bestehen, die Besucherzahlen sind nach wie vor hoch. Und das Interesse der Musiker, hier zu spielen, ist ungebrochen.

Und das, obwohl kein Honorar gezahlt, sondern die Musiker auf Spendenbasis gastieren?

Das Bochumer Publikum ist sehr spendenfreudig, so dass wir als Ruhrgebietsmusiker mit den Einkünften zufrieden sind. Wenn Künstler von auswärts anreisen, etwa aus der Schweiz, sieht das natürlich anders aus. Aber viele Musiker spielen halt gern in besonderen Konzerträumen, aus Liebe zur Musik und dem Kontakt zum Publikum. Auch geht es viel um den gegenseitigen Austausch und ums Netzwerken. In diesem Fall ist Geld nicht alles.

Jede Woche ein Konzert zu organisieren, ist doch sicher ziemlich aufwändig?

Wir sind ein kleines Team, aber wir sind alle mit Herzblut bei der Sache. Dazu kommt, dass zumal aus der Paulus-Gemeinde viel Unterstützung kommt und wir zu Pfarrerin Lengenfeld-Brown einen guten Draht haben. Die Gemeinde ist sehr für unsere Arbeit, das ist nach wie vor eine gute Zusammenarbeit.

Während der Sommerferien finden keine Konzerte statt, wann geht es weiter?

Der erste Termin im Herbsthalbjahr ist Freitag, 6. September, wenn Dominik Susteck (Kirchenorgel) sein Programm „Anderswelt“ vorstellte. Das Konzert beginnt und endet mit dem tänzerischen und ausgedehnten Präludium & Fuge BWV 547 von Johann Sebastian Bach. Doch statt im barocken Zeitalter zu verweilen führen die Werke von Claude Debussy und Dominik Susteck die Zuhörer dazwischen in eine „Anderswelt“, zunächst über die „Versunkene Kathedrale“ und später über die „Schritte im Schnee“ von Claude Debussy.

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