Kultur

Freie Kulturszene kann besser für die Zukunft planen

Einer städtischen Förderung sei Dank: Das Theater Traumbaum (mit Birgit Iserloh und Ralf Lambrecht, Bild) spielt seit vielen Jahren niveauvolles Theater für Kinder im Gerther Kulturmagazin.

Foto: Klaus Pollkläsener

Einer städtischen Förderung sei Dank: Das Theater Traumbaum (mit Birgit Iserloh und Ralf Lambrecht, Bild) spielt seit vielen Jahren niveauvolles Theater für Kinder im Gerther Kulturmagazin. Foto: Klaus Pollkläsener

Bochum.   Einrichtungen brauchen Förderanträge nur alle zwei Jahre bei der Stadt einzureichen. „Das spricht für die Bedeutung“, so der Kulturderzenent.

Die freie Kulturszene kann etwas entspannter in die Zukunft blicken: Einer längerfristigen Förderung für die nächsten zwei Jahre stimmten die Mitglieder des Kulturausschusses am Mittwoch bei ihrer Sitzung im Rathaus mit großer Mehrheit zu. Allein der Vertreter der AfD stimmte dagegen. Abschließend darüber entscheiden muss der Rat am 14. Dezember.

Damit folgt der Kulturausschuss einem Beschluss, der eineinhalb Jahre zurückliegt. „Schon damals wollten wir den freien Kultureinrichtungen eine bessere Planungssicherheit geben“, so der Vorsitzende Heinz-Dieter Fleskes (SPD).

Hohe Hürden für eine Bewilligung

Um auf die öffentlichen Töpfe zugreifen zu können, müssen die Gruppen ihre Anträge auf einen Betriebskostenzuschuss seit 2016 nur noch alle zwei Jahre – statt bisher jährlich – beim Kulturbüro einreichen. Damit die Anträge bewilligt werden, würden allerdings weiterhin hohe Hürden gelten, berichtet Amtsleiter Bernhard Szafranek. „Die Anträge sind umfangreich. Sie erfordern eine detaillierte Finanzplanung und genaue Projektbeschreibungen.“ So sei es vorgekommen, dass Förderungen gekürzt oder gestrichen wurden. „Da gibt es keine Automatismen.“

Kulturdezernent Michael Townsend (SPD) ist froh über diese Entwicklung: „Nach meiner Kenntnis gibt es keine andere Stadt in Deutschland, in der die Bewilligungsbescheide ohne Haushaltsvorbehalt ausgestellt werden“, meint er. „Das spricht für die Bedeutung, die wir der freien Kulturszene beimessen.“ Im Rahmen der sogenannten „Bochum Strategie“ soll dieses Verfahren verstetigt und mit der Einführung einer Indexanpassung in Höhe von 1% jährlich entsprechend den wirtschaftlichen Gegebenheiten ausgeweitet werden. Townsend: „Eine solche Steigerungsrate halte ich in der freien Kulturszene für völlig einzigartig.“

1,3 Millionen Euro pro Jahr für die freie Szene

Zu den geförderten Einrichtungen gehören neben den Großen der freien Szene wie dem Bahnhof Langendreer (376 300 Euro jährlich) und dem Prinz-Regent-Theater (233 000 Euro) auch kleinere Gruppen wie das Theater Traumbaum (28 600 Euro) oder das Zeitmaul-Theater (4600 Euro). Ab 2018 neu gefördert werden u.a. das Collegium Vocale und Instrumentale (4500 Euro) und Pottporus / Renegade (10 000 Euro). Insgesamt fließen rund 1,3 Millionen Euro pro Jahr in die freie Szene.

>>>Leiter der Musikschule geht in den Ruhestand

Nach 35 Jahren geht Manfred Grunenberg, Leiter der Musikschule, Ende des Jahres in den Ruhestand. Die Sitzung des Kulturausschusses am Mittwoch war demnach die letzte, an der er teilnahm.

Grunenberg wurde mit warmen Worten und einem Blumenstrauß verabschiedet. „Ihre Klarheit und Ihre Hartnäckigkeit haben wir sehr zu schätzen gelernt“, lobte der Vorsitzende Heinz-Dieter Fleskes (SPD).

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