Freibad Werne

Freibad Bochum-Werne: Die wichtigsten Fakten zur Sanierung

Berthold Schmitt erklärte im Erich-Brühmann-Haus detailliert die Sanierungspläne für das Freibad Werne.

Berthold Schmitt erklärte im Erich-Brühmann-Haus detailliert die Sanierungspläne für das Freibad Werne.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum-Werne.  Kontrovers diskutiert wird in einer Bürgerversammlung über die anstehende Sanierung des Freibades Werne. Dabei bleiben aber einige Wünsche offen.

Lange Zeit hatten die „Freibad-Fans Werne“ (und auch die Politik) angesichts der anstehenden Sanierung des Schwimmbades um Bürgerbeteiligung gekämpft. Nun war sie da am Montagabend. Die Wasserwelten GmbH als Betreiber des Freibades hatten zu einer Bürgerversammlung eingeladen. Am Ende einer langen Vortrags- und Diskussionsrunde gab es einige neue Fakten zur Sanierung, aus Sicht der Freibad-Fans blieben allerdings viele Wünsche offen.

Knapp 200 Interessierte sind ins Erich-Brühmann-Haus gekommen, um sich über die Zukunft „ihres Freibades“ zu informieren. Auch die von Anja Tillmann ins Leben gerufene Bürgerinitiative „Freibad-Fans“, die vier zentrale Forderungen stellt:

1. Wiedereröffnung des Bades in 2020!

Dies ist laut Berthold Schmitt, Geschäftsführer der Wasserwelten, nicht machbar. Weil die Sanierung durch das Wegbrechen von 2,7 Millionen Euro an Fördermittel nun deutlich kleiner ausfällt, soll das Freibad allerdings schon zur Saison 2021, also ein Jahr früher als ursprünglich vorgesehen, wieder geöffnet werden. Damit dieser Zeitplan eingehalten werden kann, soll noch in diesem Jahr mit dem Abriss des maroden Eingangsgebäudes begonnen werden.

2. Nur das Nötigste reparieren!

Die Freibad-Fans stellen sich vor, dass mit rund 250.000 Euro das Freibad zumindest so fit gemacht wird, dass dort nächste Saison wieder geschwommen werden kann. Mit Berthold Schmitt nicht zu machen, das stellt er klar: „Der Zustand heute ist das Ergebnis von dem, was Sie jetzt machen wollen – nämlich Flickschusterei.“ Technik (von 1977) und Gebäudesubstanz (von 1930) seien veraltet und daher ein „Totalschaden“.

Laut Schmitt dürfe jetzt nicht mehr nur notdürftig repariert und geflickt, sondern nachhaltig investiert werden. Dafür wollen die Wasserwelten in der abgespeckten Sanierungsform 6,7 Millionen Euro in die Hand nehmen. Der Neubau des Eingangsgebäudes wird nun ohne Fitnessbereich und Quartiersraum gebaut. Diese wollten die Wasserwelten ursprünglich vermieten. Anstelle der angedachten Tiefgarage gibt es zusätzliche ebenerdige Stellplätze. Hinzu kommt komplett neue Badewassertechnik.

3. Erhalt aller Becken, speziell des 75-Meter-Beckens!

Auch dieser Wunsch wird nicht in Erfüllung gehen. Berthold Schmitt beharrt darauf, dass die Wasserfläche (3350 Quadratmeter) verringert werden muss. Die Zahlen der Schwimmbadgäste sei seit Jahrzehnten rückläufig, doch das Wasserangebot konstant geblieben. Dies sei nicht bezahlbar. Jedes Jahr fahre man allein in Werne ein Defizit in Höhe von einer halben Million Euro ein, rechnet Schmitt vor. Durch die Reduzierung des 75-Meter-Beckens um 25 Meter spare man jedes Jahr 72.000 Euro. Das seit Jahren nicht genutzte Planschbecken soll ganz verschwinden, das Kinderbecken verkleinert und attraktiver gemacht werden.

Kleinere Becken mit neuen Edelstahlwannen (der Wasserverlust kostete laut Schmitt zuletzt 90.000 Euro im Jahr) und moderne Technik – „das ergibt eine Energieeinsparung um mehr als 50 Prozent“, versichert Berthold Schmitt.

4. Keine erhöhten Eintrittspreise nach Wiedereröffnung!

Die Eintrittspreise werden sozialverträglich bleiben, verspricht Berthold Schmitt. Es werde in den nächsten Jahren stadtweit eine Erhöhung geben, „allerdings nur im Cent-Bereich pro Bad-Besuch“. Ein teures Spaßbad – wie von den Freibad-Fans befürchtet – soll es in Werne nicht geben. Schmitt versichert: „Es bleibt ein Freizeit- und Familienbad.“ Ziel sei es, „über mehr Besucher höhere Umsätze bei gleichbleibenden Kosten zu erzielen“. Zuletzt sei das selbst im „Bomben-Sommer“ 2018 bei 60.000 Besuchern nicht gelungen. „Da haben wir pro Gast in Werne 8,58 Euro Verlust gemacht“, rechnet Schmitt vor. Das soll sich mit den geplanten „nachhaltigen Investitionen“ nun ändern.

Fazit: Viele Fakten, wenig Bürgerbeteiligung

Am Ende bleiben die meisten Forderungen und Wünsche der Freibad-Fans unerfüllt. Immer wieder wird Kritik geäußert, dass echte Bürgerbeteiligung anders aussieht – und ja schon vor Beginn der Planung starten sollte. Diesen Vorwurf können die Wasserwelten um Chef Berthold Schmitt nicht entkräften. Einmal war er in der Bezirksvertretung Ost, aber auch zu diesem Zeitpunkt stand der Sanierungsplan schon. Ansonsten wurden die Bedarfe der Freibad-Nutzer im Vorfeld nicht abgefragt. In einem Punkt sind sich an diesem Abend allerdings alle einig: Es ist wichtig, dass das Freibad erhalten bleiben wird.

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