Becoming friends

Förderungswerk bringt Bochumer Bürger und Studenten zusammen

Aus Fremden sind längst Freunde geworden: Elise Märkisch und Yandan Yin (v.v.l.) sowie Yunyang Li und Jürgen Märkisch (h.v.l.).

Foto: Ingo Otto

Aus Fremden sind längst Freunde geworden: Elise Märkisch und Yandan Yin (v.v.l.) sowie Yunyang Li und Jürgen Märkisch (h.v.l.). Foto: Ingo Otto

Bochum.   Das Akademische Förderungswerk setzt „Becoming friends“ fort. Bürger kümmern sich um internationale Studenten. Erneut werden Engagierte gesucht.

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Zur Feier des Tages gibt es Käse-Sahne-Torte. Yunyang Li (30) lässt sie sich sofort schmecken. Yandan Yin (28) wartet noch, ebenso wie Elise (52) und Jürgen (56) Märkisch. Sie kommen noch nicht dazu, Kuchen zu essen. Sie haben jede Menge zu erzählen. Das Programm „Becoming Friends“ des Akademischen Förderungswerkes (Akafö) hat sie zusammengeführt.

Dabei geht es darum, dass sich Bürger der Stadt um internationale Studierende kümmern, ihnen helfen und in Alltagsdingen unterstützen. Hier am Kaffeetisch im Hause Märkisch wird schnell klar: Der Name des Programms bringt es auf den Punkt. Da sind aus Menschen, die sich eher zufällig getroffen haben, Freunde geworden. Sogar noch mehr als das.

Über WAZ-Bericht auf Projekt aufmerksam geworden

„Yandan ist die Tochter, die ich nie hatte“, sagt Elise Märkisch. Zwei Söhne haben die Märkischs, Leander ist 28, Tristan 20 Jahre alt. Sie sind, so sagt man das dann gerne, aus dem Gröbsten raus. „Deshalb haben wir die Zeit gefunden am Projekt teilzunehmen“, sagt Jürgen Märkisch. „Über einen Bericht in der WAZ sind wir vor zwei Jahren darauf aufmerksam geworden.“ Fast solange gibt es nun die deutsch-chinesische „Familie“.

Jegliche Skepsis, mit der Elise Märkisch zum ersten Treffen mit Yunyang Li fuhr, ist verflogen. Yunyang Li ist froh darüber, die Märkischs kennengelernt zu haben. „Dafür, was sie für uns tun und die Gelegenheit, am Alltag ihrer Familie teilnehmen zu können, können wir nur Danke sagen. So eine Gelegenheit bietet sich sonst ausländischen Studierenden nicht.“ Und Elise Märkisch ergänzt: „Das Akafö hatte uns ja quasi füreinander ausgesucht. Die Verantwortlichen gucken immer, welche Hobbys die Teilnehmer haben. Bei uns war ein Ausschlusskriterium, dass unsere Studierenden keine Angst vor einem Hund, also vor unsere Filou haben dürfen.“

Die hatte und hat Yunyang nicht und auch mit den Hobbys passt es bestens. Die Märkischs haben ihren chinesischen Freunden zum Beispiel die Vorzüge eines Raclettes näher gebracht, im Gegenzug haben sie die Vielfalt der Küche Chinas kennengelernt.

Akafö macht keine Vorgaben

„Wichtig ist“, sagt Jürgen Märkisch, „dass es keinen Zwang gibt. Da wird nichts vom Akafö vorgegeben. Wie oft man sich trifft, was man zusammen unternimmt, das kann jeder selbst entscheiden.“ Die Märkischs entschieden sich, ihren neuen Freunden zunächst das Ruhrgebiet und dann Deutschland zu zeigen. Sie waren zusammen beim VfL, im Tierpark, auf Schalke, in Münster im Zoo, in München. Gerne und regelmäßig kochen sie zusammen.

Da Yandan erst im April mit dem Studium anfängt, so wie ihr Freund Yunyang will sie Jura studieren, arbeitet sie momentan in der Firma der Märkischs mit. „Auch das konnte man so nicht planen“, sagt Jürgen Märkisch. „Wir verkaufen auf dem internationalen Markt Sahnegeräte und Kupfertöpfe. Yandan öffnet uns quasi den chinesischen Markt. Sie hat inzwischen eine Firma in unserer Firma.“

>>> Info: 50 Studierende aus 22 Ländern warten

  • Einmal im Monat treffen sich die Teilnehmer des „Becoming-friends-Programms“ in der Max-Kade-Hall zum Stammtisch. „Jeder bringt etwas mit“, sagt Anke Reckmann, beim Akafö zuständig für das Programm. „Da kann man sich austauschen.“
  • Aktuell sucht sie noch weitere Bürger, die am Programm teilnehmen wollen: „50 Studierende aus 22 Ländern warten.“ Kontakt: 0234/ 32 27 412 oder 32 1151 8; becomingfriends@akafoe.de oder anke.reckmann@akafoe.de

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