Baustellen

Fertigstellung Baustelle Präsident in Bochum verzögert sich

Regelmäßig kommt es stadteinwärts vor dem Nadelöhr Bahnbrücke Präsident zu Rückstaus.

Regelmäßig kommt es stadteinwärts vor dem Nadelöhr Bahnbrücke Präsident zu Rückstaus.

Foto: Michael Weeke / WAZ

Bochum.  Autofahrer an der Dorstener Straße müssen sich wohl noch länger auf Umwege einstellen. Doch vor allem die Geschäftsleute reagieren verschnupft.

Unter den von der Baustelle an der Bahnbrücke „Bahnhof Präsident“ betroffenen Anliegern und natürlich den Autofahrern macht sich Frust breit. Zwar gilt bisher noch das auf dem Baustellenschild offiziell verkündete Ende der Beeinträchtigungen an der Dorstener Straße am 19. Oktober. Doch die Hinweise verdichten sich, dass die Deutsche Bahn mit ihren Arbeiten an Gleisen und Brückenbauwerk diese Frist wohl nicht einhalten kann.

Eine Bahnsprecherin teilte dazu auf Anfrage am späten Donnerstagnachmittag mit, dass es tatsächlich zu einer Verzögerung der Fertigstellung um voraussichtlich einer Woche kommen würde. Allerdings ausgehend von dem Termin 23. Oktober. Die Details würden dazu am Freitag (10. Oktober) bei einer abschließenden Baubesprechung in Bochum geklärt, hieß es aus Düsseldorf.

Bogestra-Sprecher Christoph Kollmann merkt an, dass es natürlich für das Nahverkehrsunternehmen problematisch sei, dass auf dieser wichtigen Achse der Verbindung über die 306/316 nach Herne, Schienenersatzbusse eingesetzt werden müssten.

Baustelle ist ein Nadelöhr

Am 16. August 2019 hatte die Deutsche Bahn noch auf Anfrage dieser Zeitung erklärt, dass durch die Baumaßnahme die Güterzugstrecke für insgesamt 52 Tage, vom 2. September bis zum 23. Oktober, gesperrt werden müsse. Der Individualverkehr ist derzeit nur in Richtung Innenstadt möglich. Doch Busse oder Lastwagen können das Nadelöhr auch in diese Richtung nicht passieren. Denn im Baustellenbereich gibt es eine maximale Durchfahrtshöhe von 2,50 m.

Der Gegenverkehr muss einen Umweg über die Feldsieper Straße in Kauf nehmen. Anwohner, wie Inge Kles, berichten von etlichen brenzlichen Situationen vor allem im Bereich der Feldsieper Schule. Das bestätigt der Hammer Bürger Achim Kern: „Ist doch klar, die Autofahrer sind von dem Umweg frustriert. Da halten sich viele nicht an die Tempo-30-Grenze.“

Aus ganz anderen Gründen frustriert sind die Geschäftsleute an der Dorstener Straße. Radinka Vetrin zum Beispiel betreibt mit ihrem Mann einen großen Kiosk direkt an der Haltestelle Robertstraße. Doch wo sonst Fahrgäste und Kunden Besorgungen machen, Lotto spielen, Pakete aufgeben oder abholen, herrscht Ebbe. „Unser Umsatz ist um rund die Hälfte eingebrochen“, sagt sie. Sollte die Straßensperrung noch längern dauern, tue es richtig weh.

Viele Kunden bleiben weg

Selbst der wenige Meter um die Ecke an der Zechenstraße liegende Edeka-Mark von Christoph Mehr spürt die Baustelle. „Viele Kunden bleiben weg, wir merken das schon.“ Autofahrer, die etwa auf dem Heimweg nach Feierabend sonst ihre Einkäufe dort erledigt haben, kommen gar nicht mehr an diesem Supermarkt vorbei. Er liegt einfach nicht am Weg.

Die Mitarbeiterin der nahen Aral-Tankstelle möchte sich nicht äußern. Doch wer sich ein wenig Zeit nimmt, der braucht nicht nicht viele Fahrzeuge zu zählen. Kein Wunder, wo sonst gerade zu den Feierabend-Stoßzeiten, sich die Pkw auf der Dorstener Straße Stoßstange an Stoßstange stadtauswärts schieben, herrscht nun Spielstraßen-Atmosphäre – allerdings ohne spielende Kinder...

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