Feministinnen stellen Essay-Band vor

Griesenbruch.   Frauen brauchen Schutz. Vor lüsternen Rudeln wilder Grapscher, und das sind ja bekanntlich immer „die Anderen“, sprich: muslimische Männer. Junge Feministinnen wehren sich gegen diese stupide, aber weit verbreitete Deutung der Geschehnisse der Kölner Silvesternacht. Das Atelier Automatique, ein junges Künstlerinnen-Kollektiv aus der Rottstraße, lud zur Lesung des Essay-Bandes „Wege zum Nein“.

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Frauen brauchen Schutz. Vor lüsternen Rudeln wilder Grapscher, und das sind ja bekanntlich immer „die Anderen“, sprich: muslimische Männer. Junge Feministinnen wehren sich gegen diese stupide, aber weit verbreitete Deutung der Geschehnisse der Kölner Silvesternacht. Das Atelier Automatique, ein junges Künstlerinnen-Kollektiv aus der Rottstraße, lud zur Lesung des Essay-Bandes „Wege zum Nein“.

Die Berlinerinnen Sina Holst und Johanna Montanari haben das Buch herausgegeben. Gemeinsam mit Eva Busch, Atelier-Mitglied und selbst Autorin in dem Band, bestritten sie die Lesung. Busch reflektiert in ihrem Beitrag über den Mythos von der schutzbedürftigen Frau: Nach dem „Ereignis Köln“ habe es einen Appell an „den starken Mann und den starken Staat“ gegeben, „unsere Frauen“ zu schützen. Dass die meisten Vergewaltigungen im nahen sozialen Umfeld stattfinden, eigentlich eine Binsenweisheit, werde dabei bewusst ausgeblendet. Der „arabische Mann“ werde als Sündenbock konstruiert. Reale politische Folgen waren diskriminierende Ermittlungspraktiken wie das umstrittene „Racial Profiling“. „Ich möchte mich nicht zur Komplizin davon machen“, sagt Busch.

Dies war nur ein kleiner Ausschnitt aus der ebenso kritischen wie komplexen Gedankenwelt der Autorinnen. Wer sich bis dato noch nicht viel mit moderner feministischer Theorie befasst hat, wird sich vielleicht wundern, wie kompliziert, bisweilen verkopft, die Themen durchexerziert werden. Simple Parolen sucht man bei den Autorinnen jedenfalls vergebens. Dass das Atelier Automatique auch komplexeren Reflexionen Raum bietet hat sich jedenfalls bewährt: Die Lesung sorgte für ein volles Haus in dem kleinen Atelier an der Rottstraße.

Neben Lesungen lädt das Atelier auch zu Konzerten, politischen Salons und hat auch an der ersten BO-Biennale mit eigenen Beiträgen teilgenommen. Infos über Veranstaltungen: www.atelierautomatique.de.

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