Premiere

Familiendrama bringt Ungesagtes zur Sprache

Szene aus „Eine amerikanische Familie“. Das Schauspielhaus zeigt  Stephen Karams Broadway-Erfolg erstmals in Europa.

Foto: Diana Küster

Szene aus „Eine amerikanische Familie“. Das Schauspielhaus zeigt Stephen Karams Broadway-Erfolg erstmals in Europa. Foto: Diana Küster

Bochum.   Am Samstag hat „The Humans“ europäische Erstaufführung am Schauspielhaus. Das Stück zeigt die Alltagsprobleme einer „ganz normalen“ Familie.

„The Humans – Eine amerikanische Familie“ heißt die nächste Premiere im Schauspielhaus. Zu erwarten ist ein Familiendrama, das wegen seines universellen Zuschnitts uns alle angeht.

„The Humans“ war für den Regisseur Otto Kukla vorgesehen; Bochumer Theatergängern ist der 60-Jährige durch seine Bühnenarbeiten aus den 80er Jahren ein Begriff. Vor vier Wochen zog Kukla sich aus der Produktion zurück (die WAZ berichtete). Warum, darüber kann nur spekuliert werden. Kukla und das Theater hätten beidseitig Stillschweigen vereinbart, verlautet aus dem Schauspielhaus. Offenbar gab es zwischenmenschliche Störungen zwischen Regisseur und Ensemble.

Finanzkrise und Terror belasten den Familienalltag

Übernommen hat Leonard Beck (*1986), der im Theater Unten mit „Waisen“ bereits ein starkes Kammerspiel ungeklärter familiärer Verstrickungen eingerichtet hat. Nun wagt er sich an Stephen Karams als „Best Play 2016“ ausgezeichnetes Stück – ein temporeiches Familienporträt, in dem die Finanzkrise ebenso wie Nachwirkungen der Terroranschläge von 9/11 im Alltag einer Familie spürbar werden.

„Die Figurenkonstellation versammelt drei Generationen auf engstem Raum“, erläutert Dramaturgin Annelie Mattheis. Familie Blake hat sich allerdings einiges verheimlicht, und so kommt es zu einem Abend der Offenbarungen. Entwaffnend ehrlich und unterhaltsam zugleich zeichnet Karam eine Familie, die sich mit Armut, Krankheit und der Angst, gesellschaftlich nicht mehr zu genügen, konfrontiert sieht: kein Thema, das nur in den USA Gültigkeit hat. Es spielen: Bernd Rademacher, Johanna Eiworth, Kristina Peters, Karolina Horster, Michael Kamp und Nina Wurman (Live-Soundtrack).

Premiere ist am Samstag (9.) um 19.30 Uhr im Großen Haus, Restkarten an der Abendkasse. Spieldauer: 1:40 Stunden, ohne Pause.

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