Rückenschmerzen

Experten wollen Bochumer Patienten den Rücken stärken

Angelika Hilker, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Anästhesiologie behandelte beim 1. Bochumer Rückentag Helga Hasenbein (l.) mit Akupunkturnadeln.

Foto: Olaf Ziegler

Angelika Hilker, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Anästhesiologie behandelte beim 1. Bochumer Rückentag Helga Hasenbein (l.) mit Akupunkturnadeln. Foto: Olaf Ziegler

bochum.   Der Bochumer Rückentag bot praktische Übungen für eine stabile Wirbelsäule. Vorträge informierten über Schmerzursachen und Therapieangebote

Ein schöner Rücken kann entzücken, insbesondere, wenn er gesund und stabil ist. Für viele Menschen gehören Rückenschmerzen jedoch zum Alltag. Die Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Katholischen Klinikum Bochum, die AOK und die RuhrSportReha initiierten deshalb den ersten Bochumer Rückentag. Im Hörsaalzentrum des St.Josef-Hospitals konnten sich Betroffene und Interessierte ausführlich zu dem Thema informieren. Zahlreiche Vorträge, Informationsstände und praktische Rückenübungen boten einen Einblick in die Vielfalt der therapeutischen Angebote.

Operationen umgehen

„Immer mehr Menschen leiden unter Rückenbeschwerden. Insbesondere das Thema Prävention ist für uns als Krankenkasse sehr wichtig“, sagt Jörg Jockisch, Sprecher der AOK. „Die Besucher sollen sehen, was alles möglich ist, um Schmerzen zu lindern. Es muss nicht sofort die Operation sein“, sagt er.

Frischen Wind in die in die Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie bringt Universitätsprofessor Dr. Tobias Schulte. Vor einem Jahr wechselte er aus Münster nach Bochum. „Ich habe mich in meiner beruflichen Laufbahn ausschließlich mit Wirbelsäulenerkrankungen beschäftigt. Es ist eine Volkskrankheit“, sagt der Experte. „Im Katholischen Klinikum möchten wir einen Schwerpunkt in diesem Bereich aufbauen.“ Den Betroffenen müsse bewusst werden, dass ein gesunder Rücken nichts Selbstverständliches ist. „Man muss etwas dafür tun“, so Schulte.

Wenn Rückenschmerzen lästig werden

Zunehmender Bewegungsmangel im Alltag, genetisches Erbmaterial, Übergewicht oder das Rauchen können jedoch dazu führen, dass Rückenschmerzen lästig werden. Das sogenannte konservative Bochumer Rückenkonzepte, wonach Schulte und sein Team arbeiten möchten legt seinen Schwerpunkt auf Information, Training, Bewegungstherapie, begleitet von psychosozialer Unterstützung und wenn nötig, einer medikamentösen Therapie und Operationen. „Das universitäre Niveau und die hohe Qualität sind uns dabei sehr wichtig“, betont Schulte.

Bewegung als Schmerzkiller

Die Bedeutung von Bewegung für den Rücken betont Therapieleiter der RuhrSportReha Christoph Eißing in seinem Vortrag. „Bewegung ist der größte Schmerz-Killer der Welt.“ Trainingsprogramme mit kurzer Dauer seien dabei wenig wirksam, man müsse langen Atem mitbringen. AOK-Sprecher Jockisch betont: „Man braucht keine teuren Trainingsgeräte. Wenige kleine Übungen können große Wirkung erzielen.“

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