Pulse of Europe

Europas Puls schlägt nun auch offiziell in Bochum

Gemeinsam für Europa: Rund 500 Menschen demonstrieren auf dem Platz des europäischen Versprechens auch gegen rechte Strömungen.

Foto: Dietmar Wäsche

Gemeinsam für Europa: Rund 500 Menschen demonstrieren auf dem Platz des europäischen Versprechens auch gegen rechte Strömungen. Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.   Rund 500 Menschen treffen sich auf dem Platz des europäischen Versprechens. Der „Pulse of Europe“ ist nun auch offiziell in Bochum gestartet.

Der „Pulse of Europe“ hat Bochum erreicht. Ganz offiziell. Inoffiziell schlägt der Puls bereits seit drei Wochen auf dem Platz des europäischen Versprechen. „Beim Auftakt waren wir rund 20 Leute“, sagt Sigrid Schemberg. „Schauen Sie sich jetzt einmal um, was hier los ist.“

Rund 500 Menschen haben sich am Sonntag um 14 Uhr vor der Christuskirche versammelt. Viele von ihnen schwenken Europa-Wimpel oder tragen die Flagge über den Schultern. Über den Köpfen schweben blaue Luftballons mit den zwölf goldenen Sternen. Sofort wird klar: Hier demonstrieren Menschen nicht gegen etwas, sondern für etwas.

Überparteiliche Veranstaltung

Anders als bei den vorigen Veranstaltungen handelt es sich am Sonntag um den ersten offiziellen Bochumer Pulse of Europe – abgestimmt mit den Initiatoren der Bürgerbewegung aus Frankfurt. Diese legen großen Wert darauf, auch als Bürgerbewegung wahrgenommen zu werden. „Wir wollen verhindern, dass sich Parteien unserer bemächtigen“, erklärt Sprecherin Stephanie Hartung auf WAZ-Anfrage. Mittlerweile finden die Veranstaltungen in fast 70 europäischen Städten statt.

In Bochum organisieren die Veranstaltung auf dem Platz des europäischen Versprechens zehn Personen. Claudia Clemens ist eine von ihnen. Sie definiert das Ziel von Pulse of Europe so: „Wir wollen die Aufmerksamkeit auf Europa lenken. Wir wollen der Europa-Lethargie und den rechten Strömungen etwas entgegensetzen.“

Mindestens bis Ende Mai sollen sich Menschen in Bochum nun jeden Sonntag vor der Christuskirche treffen. Die Veranstaltungen im Zeichen der EU haben laut Clemens noch eine andere Aufgabe: „Es geht darum, den Menschen zu sagen: Macht was, bewegt euch, und – ganz wichtig – geht zur Wahl.“ Die Vorbereitungen auf den offiziellen Pulse-of-Europe-Start sind laut Clemens groß: „Wir haben viel gearbeitet: Flyer entwerfen, drucken, die Veranstaltung anmelden, den Kontakt zu den Initiatoren in Frankfurt halten.“

Applaus für lange Friedens-Phase

Bei den ersten „inoffiziellen“ Pulse-of-Europe-Veranstaltungen in Bochum war das Organisationsteam noch ein anderes. Sehr engagiert waren Anne Oehler und Marie-Luise Bartz. Letztere ergreift auch am Sonntag das Mikrofon und sagt: „Wir wollen nicht, dass wie beim Brexit Europa auseinandergelogen wird.“ Lauter Applaus. Noch lauter wird dieser, als Bartz erzählt, dass sie noch vor dem Zweiten Weltkrieg geboren wurde und danach die lange Friedens-Phase in Europa miterlebt hat.

Nach einer Stunde löst sich die Veranstaltung allmählich auf. Kurz nachdem gemeinsam, noch etwas zaghaft, die Europahymne gesungen wurde. Stimmgewaltiger könnte die „Ode an die Freude“ in der Bochumer Version schon noch werden. Nächste Gelegenheit: kommender Sonntag, ab 14 Uhr.

>>> Umfrage: Warum gehen Sie für Europa auf die Straße?

  • „Ich habe nach dem Brexit eine schwierige Zeit gehabt. Freuen würde ich mich, wenn der ,Pulse of Europe’ Ausmaße der Anti-AKW-Bewegung annehmen würde.“ Christian Linnert, Bochum
  • „Es ist wichtig, dass wir Europa mehr unter die Bürger bringen. Ich freue mich, dass heute junge Menschen, Familien und auch Ältere hierher gekommen sind.“ Christine Thürmann, Bochum
  • Ich bin hier, weil ich Europa als Projekt wichtig finde. Für die Akzeptanz wäre es aber besser, wenn das Parlament noch mehr Entscheidungskraft hätte.“ Lukas von Buttlar, Bochum
  • Ich war bereits auf den Pulse-of-Europe-Veranstaltungen in Essen und Dortmund. Ganz wichtig ist mir, dass wir durch Europa bereits 70 Jahre Frieden hier haben.“ Rita Kerski, Herne

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