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Erstkommunion in Zeiten von Corona – so läuft das in Bochum

Luana erhält ihre Kommunion am Sonntag in der Liebfrauenkirche in Bochum-Linden. Die Gemeinde holt die durch die Pandemie ausgefallenen Kommunions-Termine aus dem Frühjahr derzeit nach.

Luana erhält ihre Kommunion am Sonntag in der Liebfrauenkirche in Bochum-Linden. Die Gemeinde holt die durch die Pandemie ausgefallenen Kommunions-Termine aus dem Frühjahr derzeit nach.

Foto: Alexa Kuszlik / FUNKE Foto Services

Bochum-Linden.  Im Frühjahr mussten sie ausfallen. Nun werden die Kommunionen nachgeholt. Die Bedingungen sind schwierig, doch die Gemeinden erfinderisch.

Statt von einem blauen Frühlingshimmel werden die K ommunionskinder der Gemeinde Liebfrauen in Bochum -Linde n am Sonntag von ersten Herbstvorboten begrüßt. „Seit dem Frühjahr ist ganz wenig normal“, scherzt Pfarrer Thomas Köster in seiner Predigt. Er hat recht: Bereits zur Osterzeit hätte die Erstkommunion stattfinden sollen. Ebenso wie Trauungen und Taufen musste sie wegen der Corona-Pandemie jedoch abgesagt werden. Jetzt wird die Zeremonie an insgesamt vier Terminen nachgeholt – unter ganz und gar keinen normalen Bedingungen.

Bochumer Gemeinde stellt sich auf Corona ein – und feiert gleich vier Mal Kommunion

Der Jahrgang, der aus 27 Kindern besteht, wurde dazu in Gruppen aufgeteilt. „Jetzt feiern wir einfach vier Mal“, erklärt Köster belustigt. Dieses Wochenende bildet den Auftakt. So finden sowohl am Samstag als auch am Sonntag Erstkommunionen statt. Am kommenden Wochenende folgen zwei weitere Termine.

Der Gottesdienst fand unter den mittlerweile üblichen Bedingungen statt, die sichtbar erprobt waren: Maskenpflicht, ein ständiges Desinfizieren der Hände sowie die Auflage, seine Kontaktdaten vor dem Betreten der Kirche in eine Liste einzutragen. Maximal 100 Personen dürfen sich derzeit gleichzeitig in der Kirche aufhalten — zu Kommuniongottesdiensten erscheinen sonst 400.

Deshalb darf dieses Jahr jedes Kind nur zwölf Gäste mit in den Gottesdienst bringen. Außerdem wurde zuvor ein Sitzplan erstellt, sodass jede Familie eine eigene Bank hat und Abstände eingehalten werden können. Nicht nur die Teilnehmerzahl, sondern auch die Gestaltung des Gottesdienstes musste neu gedacht werden. So können die Kinder nicht wie geplant die Lieder singen, die sie in den Gruppenstunden einstudiert hatten.

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Doch Not macht bekanntlich erfinderisch: Zum ersten Mal ertönt aus den Lautsprechern in der Kirche ein eigener „Kommunionschor“. Im Unterricht hatten die Kinder ihre Stimmen eingesungen, sodass trotz kleiner Gruppen der ganze Jahrgang gemeinsam singt. Der Unterricht, der im Frühjahr abgebrochen werden musste, wurde zeitgleich mit dem Schulbeginn fortgesetzt.

„Wir haben nach den Sommerferien probiert, im Rahmen der Möglichkeiten Unterricht stattfinden zu lassen, damit die Kinder wieder im Thema sind. Dabei waren wir vor allem draußen“, berichtet Pfarrer Köster.

An den privaten Feiern ändert sich nicht viel

All diese Auflagen können die Stimmung jedoch nicht trüben. Die neunjährige Eyleen ist eines der Kommunionskinder. „Am meisten freue ich mich auf die Feier“, berichtet sie. Trotz Vorfreude ist sie jedoch auch traurig. „Meine Tante konnte heute leider nicht kommen, damit mein Opa kommen kann“, erzählt sie. Umso mehr fiebert sie der privaten Feier entgegen.

Familie Detert feiert die Kommunion von Tochter Lina mit insgesamt 37 Gästen im heimischen Garten. „Eigentlich hat sich für uns nichts geändert, denn wir wollten ohnehin zu Hause feiern. Außerdem finde ich es ganz schön, im kleinen Kreis zu feiern.“, meint Sonja Detert. Auch schlechtes Wetter kann dieses Vorhaben nicht stören. „Wir haben Zelte aufgebaut, falls es regnet. Da hätten wir die Feier sonst wohl nach drinnen verlegt, aber das geht im Moment nun mal nicht“, ist sie sich der Verantwortung bewusst.

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