Nahversorgung

Eröffnung des Artmann-Nachfolgers in Bochum verschiebt sich

Von Außen sieht der Supermarkt am Birkhuhnweg in Bochum-Langendreer fast so aus wie vorher. Auch die Möhre gibt es noch. Nur wird aus Rewe und Naturkost Artmann bald Denn’s Bio-Markt.

Von Außen sieht der Supermarkt am Birkhuhnweg in Bochum-Langendreer fast so aus wie vorher. Auch die Möhre gibt es noch. Nur wird aus Rewe und Naturkost Artmann bald Denn’s Bio-Markt.

Foto: Gernot Noelle

Bochum-Langendreer.  Der neue Bio-Markt in Bochum-Langendreer – Nachfolger von Artmann – öffnet erst am 8. Oktober. An anderer Stelle im Ort geht es dagegen zügiger.

Die Eröffnung des neuen Bio-Marktes am Birkhuhnweg 5a in Bochum - Langendreer wird im Ortsteil Kaltehardt förmlich herbeigesehnt. Denn nachdem Rewe und Naturkost Artmann dort Ende Juni geschlossen wurde, gibt es vor Ort keine Einkaufsmöglichkeiten mehr. Was vor allem die älteren Bürger trifft. Für sie ist der Weg bis zum Ümminger See, zum Alten Bahnhof und ins Dorf Langendreer zu weit, um „mal eben“ einkaufen zu gehen. Umso schlimmer für sie, dass es noch dauert, bis Denn’s Bio-Markt öffnet.

Neuer Bio-Markt in Bochum-Langendreer öffnet später als geplant

Zwei Monate sollten die Umbauarbeiten dauern, hatte Johannes Artmann im März noch verkündet. Kurz bevor für ihn als Leiter des Supermarktes am Birkhuhnweg 5a Mitte/Ende Juni Schluss war. Und so gingen die Bürger auch davon aus, dass sie im Nachfolge-Markt bald würden einkaufen können. „Ich hatte von nächster Woche gehört“, sagt eine 85-Jährige, die nun traurig ist, dass es noch länger dauert. Am 8. Oktober soll es soweit sein.

Das kündigte jetzt Corina Vockenberg, die bei Denn’s für die Region Nordrhein-Westfalen verantwortlich ist, auf WAZ-Anfrage an. „An dem neuen Standort führen wir die lange Bio-Tradition unseres Vorgängers, Herrn Artmann, fort und bieten mit mehr als 6000 Artikeln ein Bio-Vollsortiment für den täglichen Bedarf“, sagt sie. Auf mehr als 780 Quadratmetern stehe eine breite Produktauswahl an Bio-Lebensmitteln, ökologischen Drogeriewaren und Naturkosmetik bereit.

Neben täglich frischem Obst und Gemüse biete der Bio-Fachmarkt ein vielfältiges Selbstbedienungsangebot an Frischeprodukten wie Käse, Wurst und Fleisch. Es gebe aber auch Bedientheken für Backwaren, Fleisch, Wurst und Käse. Zudem wird es ein hauseigenes Bistro mit mehr als 20 Sitzplätzen geben – mit Frühstücksangebot, Mittagstisch und Snacks für zwischendurch.

Karotte bleibt als Wahrzeichen erhalten

Während am Markteingang die große Karotte als Wahrzeichen des Standortes erhalten bleibt und der Brunnen reaktiviert wurde, wurden am gesamten Gebäude viele bauliche Änderungen vorgenommen und der Markt energetisch modernisiert. „Aufgrund der Vielzahl der baulichen Gewerke kam es zwangsläufig zu Verzögerungen beim Umbau“, erklärt Corina Vockenberg.

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Die Sorge vieler früherer Artmann-Kunden, die Bio-Produkte könnten für sie nicht bezahlbar sein, möchte Corina Vockenberg nicht teilen. „Etwa 200 Produkte aus unserem Preistipp-Sortiment und stetig wechselnde Angebote ermöglichen es auch preisbewussten Kunden, in Bio-Qualität einzukaufen“, verspricht sie.

Die früher von den Kunden besonders geschätzte Kundennähe sollte auch im neuen Bio-Markt sofort greifen. Vockenberg: „Das Team des neuen Denn‘s Bio-Marktes besteht zum Großteil aus Stammpersonal unseres Vorgängers und wird durch einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Denn’s Bio-Markt vervollständigt.“

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Die vielen älteren Bewohner von Kaltehardt vermissen an Artmann vor allem den Mix aus Bio-Produkten und Lebensmitteln für den Grundbedarf. Da trifft es sich vielleicht ganz gut, dass der Netto an der Alten Bahnhofstraße in Langendreer-Dorf nach kurzer Umbauphase schon am Dienstag, 15. September, wieder öffnet. Die Netto-Filiale entsprach nicht mehr dem modernen Netto-Konzept hinsichtlich Lage, Erreichbarkeit, Größe und Gestaltung und wurde daher grundlegend saniert. In Zuge dessen wurden die Decke, der Boden sowie die Wände modernisiert. Außerdem ist der Parkplatz nun ebenerdig.

Der Weg von Kaltehardt ins Dorf ist dennoch weit. „Wäre schon schön, noch einen kleinen Laden in der Nähe zu haben“, sagt die 85-Jährige, die ihren Namen nicht nennen möchte. „Da spreche ich für viele andere ältere Mitmenschen“, sagt sie. Bei Denn’s will sie einkaufen gehen. „Gegen Bio habe ich ja nichts. Aber wir brauchen hier eine Alternative.“

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