Gute gesunde Schule

Erich-Kästner-Schule gewinnt erneut Schulentwicklungspreis

Die Erich-Kästner-Schule hat erneut den Schulentwicklungspreis „Gute gesunde Schule“ gewonnen. Das freut Schüler und Lehrer.

Foto: Dietmar Wäsche

Die Erich-Kästner-Schule hat erneut den Schulentwicklungspreis „Gute gesunde Schule“ gewonnen. Das freut Schüler und Lehrer. Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.   Erich-Kästner-Schule erhält zum sechsten Mal den Schulentwicklungspreis „Gute gesunde Schule“. Es geht um Gesundheitsförderung und Prävention.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Wenn das so weitergeht mit den Auszeichnungen, müssen sie an der Erich-Kästner-Schule umbauen. Sie brauchen dann zumindest mehr Platz an der Wand in der Eingangshalle. Die Schule ist seit fast zehn Jahren eine „Schule ohne Rassismus“. 2012 gab es den Deutschen Schulpreis für das Konzept der Profilklassen und die Art des kooperativen Lernens auf dem Weg zu einer Teamschule. Die jüngste Auszeichnung ist irgendwie eine Wiederholung und auch wieder nicht. Auch im Schuljahr 2016/17 darf sich die Schule „Gute gesunde Schule“ nennen. Dabei geht es um Gesundheitsförderung und Prävention. Es ist der sechste Schulentwicklungspreis, den die Schule bekommen/gewonnen hat. Mehr geht nicht.

Immer neue Konzepte gefordert

„Jede Preisverleihung ist anders“, sagt dazu Schulleiter Dr. Ludger Jonischeit. „Die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen, die diesen Preis seit zehn Jahren vergibt, will von den Schulen immer neue Konzepte sehen, mit denen wir glauben, ein gesundes Schulklima zu schaffen und Schülern damit beim Lernen zu helfen. Sie wollen auch sehen, dass wir unsere Ideen umsetzen und wie wir das tun, aber wenn man diesen Preis gewinnen möchte, muss man ständig neue Konzepte oder Projekte entwickeln. Wobei wir schon gar nicht mehr jedes Jahr teilnehmen dürfen.“ Es sollen halt nicht immer die üblichen Verdächtigen gewinnen. Viele Schulen sollen in den Genuss einer finanziellen Förderung kommen. Mit einem Preisgeld von 500 000 Euro ist der Schulentwicklungspreis der am höchsten dotierte Schulpreis in Deutschland. Die Erich-Kästner-Schule ist eine von 44 Schulen, die ausgezeichnet wurden.

Sie überzeugte mit drei „Angeboten. „Zum einen sind das individuelle Lernzeiten. Da gehen wir jetzt in die detaillierte Umsetzung“, sagt Jonischeit. „Dann haben wir Familienklassen eingerichtet und schließlich machen wir viel für Seiteneinsteiger, also Flüchtlinge.“

Als einzige der städtischen weiterführenden Schulen hat die Schule eine Familienklasse gebildet. Bislang gab es sie nur an Grundschulen. „Aber bei uns ist es möglich“, sagt Sozialpädagogin Aylar Dehestani, „quasi aus der Familienklasse in die Familienklasse zu gehen. Wir wollen Kindern und Eltern den Einstieg erleichtern. Das kommt gut an, wir haben viele Bewerber“.

Komplexe Umstellung

Die könnte es auch geben, wenn an der Schule das neue Lernzeitmodell umgesetzt wird. „Daran arbeiten wir gerade“, sagt Lehrerin Daniela Weinbörner. „Die Klassen werden auch durch Inklusion und die Seiteneinsteiger immer heterogener. Wir stoßen an Grenzen, wenn wir individuell arbeiten wollen. Unsere Überlegung ist, dass wir zwei Stunden pro Tag freie Lernzeit im Stundenplan verankern. Die Schüler erarbeiten sich eigenständig Lerninhalte und übernehmen die Verantwortung für den Lernprozess. Das Konzept soll im nächsten Schuljahr in der Sekundarstufe I starten. Es ist eine komplexe Umstellung. Das geht nicht so schnell und einfach.“

>>>>Gegen Intoleranz und Rassismus

  • Im kommenden Jahr ist die Erich-Kästner-Schule im zehnten Jahr „Schule ohne Rassismus“. Schüler und Lehrer machen schon viel, um gegen Intoleranz und Rassismus vorzugehen. „Wir dachten, wir müssten gar nichts machen“, sagte dann Elisabeth Danou-Fuchs, als es am Dienstag darum ging, den Startschuss für das Abraham-Jahr zu geben. „Aber wir müssen mehr tun. Erst, wenn wir einig sind, haben wir eine Chance, etwas zu verändern.“
  • Die Schule hat den Abraham-Pokal vom Alice-Salomon-Berufskolleg bekommen. Er steht jetzt in einer Vitrine in der Eingangshalle der Schule. Ins Leben gerufen hat ihn der Kinder- und Jugendring. Er wird seit 2006 verliehen und ist keine Auszeichnung für geleistete Arbeit, sondern eine Aufforderung. Ihn verdienen sich Schulen dafür, dass sie Projekte für den Dialog zwischen den Religionen innerhalb eines Schuljahres angehen und durchführen. Der Preis in der Vitrine soll die Erich-Kästner-Schüler – wenn nötig – daran erinnern, dass die Schule in den nächsten zwölf Monaten, „nachhaltig“, so sagte es Schulleiter Dr. Ludger Jonischeit, gegen Rassismus und Intoleranz vorgeht. „Das wird eine spannende Aufgabe, die wir mit einem Schulfest am 22. Juni feiern wollen.“
  • Rolf Geers, Geschäftsführer des Kinder- und Jugendrings und der Ideen-Weitergeber des Pokals: „Ich wünsche euch viel Erfolg und Energie bei der Umsetzung und lade euch zu zwei Veranstaltungen ein. Vom 2. bis zum 30. November gibt es in der Synagoge eine Anne-Frank-Ausstellung. Und am Donnerstag, 9. November, gibt es erneut eine Veranstaltung zur Erinnerung an die Reichspogromnacht. Diesmal mit einer Aktion von Schülern des Salomon-Berufskollegs.“ Im nächsten Jahr, dann jährt sich die Pogromnacht zum 50. Mal, können die Erich-Kästner-Schüler das Programm mitgestalten.
Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik