Musik

„Element of Crime“ begeistern in Bochumer Jahrhunderthalle

Die Band „Element of Crime“ mit Sänger Sven Regener war zu Gast in der Bochumer Jahrhunderthalle.

Die Band „Element of Crime“ mit Sänger Sven Regener war zu Gast in der Bochumer Jahrhunderthalle.

Foto: Lars Heidrich

Bochum.   Mit Songs für Herz und Hirn begeisterten „Element of Crime“ bei ihrem Konzert in Bochum. Die Jahrhunderthalle war ausverkauft.

„Immer da wo du bist bin ich nie“, knarzt Sven Regener. Für über 3000 Besucher in der Jahrhunderthalle galt das am Montagabend zum Glück nicht. Sie feierten Element of Crime bei einem großartigen Konzert in nicht minder großartiger Kulisse.

Seit bald 35 Jahren zählen Element of Crime zum Beständigsten und Klügsten, was die deutsche Musiklandschaft zu bieten hat: zur Avantgarde der schnelllebigen Pop- und Rock-Maschinerie. Kommerziell bis auf den einzigen Hit „Delmenhorst“ 2005 nicht eben ein Top-Seller, sind es vor allem die Live-Auftritte, die den Berlinern eine treue Fangemeinde zwischen 20 und Ü-70 bescheren.

Sven Regener in gewohnter Brillanz

So war die Jahrhunderthalle wie beim letzten Bochum-Gastspiel vor vier Jahren erneut ausverkauft. Zelebriert wurde ein Konzert, das beides vereinte: ein Höchstmaß an Intensität bei gleichzeitiger Entschleunigung. Ein Stil-Mix, der Song um Song mehr in seinen Bann zieht.

Sven Regener (58), auch als Autor („Herr Lehmann“) ein genialer Kopf, gibt den Mastermind auf der Bühne in gewohnter Brillanz. Fast scheint es, als sei seine brüchige Stimme im Laufe der Jahre noch rauchiger, ausdrucksstärker, charismatischer geworden. Mit seiner gleichfalls erstklassigen Band intoniert er – nicht zur Freude aller Fans – zahlreiche neuere Stücke u.a. aus dem aktuellen Album „Schafe, Monster und Mäuse“, wartet aber natürlich auch mit Klassikern wie „Weißes Papier“, „Warte auf mich“ oder „Am Ende denk ich immer nur an dich“ auf. Familiäre Unterstützung gibt’s beim Song „Karin“, den Regener mit seiner Tochter Alexandra anstimmt.

Diese Band muss niemandem mehr etwas beweisen

Ein Abend zwischen Weltschmerz und Lebensfreude, Liebesgesäusel und Gesellschaftskritik, melancholisch, emotional, mit Texten für Herz und Hirn, unter der Kuppel der Industriekathedrale dargeboten (Kompliment an die Technik) in einem glasklaren Sound. Entspannt, lässig, und doch fern jeder Routine. „Diese Jungs“, schwärmt ein Kollege, „müssen niemandem mehr etwas beweisen.“ Stimmt.

WAZ-Wertung: 5 Sterne

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