Forschung

Elektronisches Mountainboard fährt über Stock und Stein

Sean Dalton, Florian Wagner und Projektleiter Prof. Bergmann messen die wichtigsten Parameter, bevor das vierrädrige Gefährt auf der Teststrecke weiteren Erprobungen unterzogen wird.

Foto: Dietmar Wäsche

Sean Dalton, Florian Wagner und Projektleiter Prof. Bergmann messen die wichtigsten Parameter, bevor das vierrädrige Gefährt auf der Teststrecke weiteren Erprobungen unterzogen wird. Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.  Studenten der Hochschule Bochum entwickeln ein Mountainboard. Vier Motoren treiben das Gerät an. Es fährt auch abseits von befestigten Wegen.

Kein Feldweg ist zu holprig. Die kleinen Reifen des elektrischen Mountainboards, angetrieben durch vier selbst entwickelte Elektromotoren, überwinden nahezu jedes Hindernis. Es sieht geübt aus, wie Sean Dalton auf dem Board steht und mit rund 20 km/h über einen Feldweg nahe der Hochschule fährt. „Gelenkt wird über die Verlagerung des Körpergewichts“, erklärt er. Und dank eines Helms ist auch an die Sicherheit gedacht. „Der Herr Dalton fährt schon deutlich besser“, sagt Prof. Arno Bergmann, Leiter und Betreuer des Projekts „E-Mountainboard“ an der Hochschule Bochum. „Ja, der hat in letzter Zeit einige Male geübt!“, entgegnet Daltons Teamkollege Florian Wagner mit einem breiten Grinsen.

Neben Wagner und Dalton hat auch Tim Seifert an dem Projekt mitgearbeitet. Die Studenten der Hochschule haben im Zuge ihrer Abschlussarbeiten ein elektrisches Mountainboard entwickelt. „Es hätte aber auch alles andere sein können. Wir haben auch an einen Helikopter oder ein Auto gedacht. Aber das ließ sich schlecht umsetzen“, sagt Florian Wagner. „Wir wollten halt was Cooles bauen“, ergänzt Sean Dalton.

Entwicklung ist geländegängig

Das Besondere am E-Board ist, dass „es über Stock und Stein fährt. Geländegängigkeit ist einer der Hauptunterschiede zu dem Vorgängermodell“, sagt Bergmann. Das Vorgängermodell ist ein ebenfalls im Zuge von Abschlussarbeiten konstruiertes Skateboard. „Zudem wurde das Mountainboard komplett am Computer entwickelt. Diese Art der Entwicklung im virtuellen Raum ist großartig. Sonst wird sie nur bei großen Firmen genutzt, die Flugzeuge oder Lkw bauen“, sagt Bergmann.

Dank der digitalen Entwicklung konnten auch etliche Fehler vor Beginn der Fertigung erkannt und beseitigt werden. „Der eigentliche Zusammenbau hat nur einen Tag gedauert, weil wir ja wussten, dass es laufen wird“, sagt Dalton.

Entwicklungsarbeit bereitet den größten Spaß

Genau das fasziniert auch den Elektrotechnik-Absolventen Florian Wagner: „Etwas virtuell zu konzipieren, das später auch so funktioniert: Das ist einfach großartig.“

Am meisten Spaß bereitet den Studenten daher nicht das Fahren auf dem Board, sondern die Entwicklungsarbeit. „Es macht mir viel mehr Freude, an dem Ding zu tüfteln, es zu verbessern und weiterzuentwickeln, als darauf rumzufahren“, sagt Dalton. Teamkollege Wagner nickt zustimmend und ergänzt: „Ja, und besonders der Moment, wenn man ewig daran schraubt, einstellt und feilt und es dann testet und alles so funktioniert wie erwartet. Das ist klasse.“

Assistenzfahrzeug ist in Planung

Das nächste Projekt ist schon in Planung: ein Assistenzfahrzeug. „Wir haben so oft irgendwelche Sachen, die wir rumschleppen müssen. Da haben wir uns gedacht, wir bauen uns einen Roboter, der uns die Sachen hinterherfährt“, sagt Bergmann. Vorerst stehen noch einige Weiterentwicklungen des jetzigen Boards an. Motorenleistung steigern und Höchstgeschwindigkeit erhöhen sind nur einige Ideen, die die Studenten im Sinn haben.

Sie denken auch darüber nach, sich Boards für den Privatgebrauch zu basteln. „Bisher gab es noch keinen Unfall“, sagt Sean Dalton. „Da hab ich also wenig Sorge, wenn ich dann privat damit rumdüse. Zwar ist es anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber dann geht’s ganz gut.“

>> ZAHLEN UND FAKTEN RUND UM DAS E-BOARD

  • Maximal 46 km/h, elektronisch gedrosselt bei 35 km/h.
  • Materialkosten: 4000 Euro
  • Die Entwicklungsphase betrug sieben Monate und erfolgte zum Großteil virtuell am PC.
  • Der Zusammenbau erfolgte innerhalb eines Tages.

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