Eisdiele

Eisdiele in Bochum-Weitmar setzt auf bargeldloses Bezahlen

Mitarbeiterin Julia (hinten), steht hinter der Eistheke, während Kundin Frederike mit ihrer EC-Karte bezahlt.

Mitarbeiterin Julia (hinten), steht hinter der Eistheke, während Kundin Frederike mit ihrer EC-Karte bezahlt.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum-Weitmar-Mark.  Bei „Mias-Eis.de“ in Bochum-Weitmar gibt‘s Eisglück in bunten Kugeln. Bezahlen geht aber nur bargeldlos – nicht alle Kunden finden das gut.

Wer an der Eisdiele „eine Kugel Schoko und eine Kugel Vanille im Hörnchen“ bestellt, der kramt normalerweise im Anschluss im Portemonnaie nach Kleingeld, bezahlt und kann dann schleckend die Abkühlung genießen. Nicht so bei der Eisdiele „Mias-Eis.de“ in Bochum-Weitmar: Denn die bunten Kugeln gibt es hier nicht im Tausch gegen Scheine und Münzen, sondern nur gegen bargeldlose Bezahlung. Heißt konkret: EC- oder Kreditkarte, Paypal, Google oder Apple Pay – mit Karte, Smart-Watch oder übers Handy-Display.

„Die Coronakrise hat dafür den Anstoß gegeben, bargeldloses Bezahlen ist viel hygienischer“, sagt Geschäftsführerin Isabella Graf, die die Eisdiele Ende Juli eröffnet hat. Im Ausland, etwa in Schweden oder

Estland, sei diese Bezahlform bereits viel verbreiteter. „Schneller geht es auch oftmals, denn bei vielen Karten muss man die PIN nicht mehr eingeben, sondern die Karte nur an das EC-Gerät halten“, berichtet Graf aus der Praxis.

Gemischte Meinungen bei Bochumer Kunden

Bei den Kunden sorgt das für gemischte Meinungen. „Viele sind erst skeptisch, lassen sich dann aber überzeugen, wenn sie sehen, wie einfach es ist“, berichtet die 36-Jährige. Zu den Skeptikern gehört zum Beispiel Ralf Reichel. „Welcher Knirps hat denn eine American Express?“, fragt er und ergänzt: „Ich finde das zu kompliziert, gerade bei so kleinen Beträgen.“

Er behalte generell durch das Zahlen mit Bargeld einen besseren Überblick. „Man geht doch außerdem mit seinem Taschengeld zur Eisdiele oder bekommt von den Großeltern ein paar Euro in die Hand“, merkt er an. Dafür haben die Grafs und ihr rund zehnköpfiges Mitarbeiterteam jedoch schon eine Lösung parat: „Wir bieten Gutscheinkarten an, die immer wieder aufgeladen werden können“, sagt Graf. So könnten auch die Großeltern ihren Enkeln eine Freude machen.

Eisliebhaber Peter Wuchert hat das Konzept schon überzeugt: „Ich finde es eine gute Sache, dann habe ich nicht so viel Kleingeld im Portemonnaie“, sagt er. Viel wichtiger als die Bezahlform ist für die meisten Kunden aber ohnehin das Eis, und das gibt es in großer Auswahl: Klassiker wie Erdbeere, Zitrone und Vanille, aber auch Ausgefallenes wie „Raffaelino“, „Kinder Bueni“ oder „Caramello Argentino“.

Veganes Eis im Sortiment

„Wir haben ein wechselndes Sortiment, es sind also auch immer wieder neue Sorten dabei“, sagt Graf. Dabei wolle man auf die Wünsche der Kunden eingehen – die dürften also gerne persönlich angemerkt werden. Auch veganes, glutenfreies und laktosefreies Eis gehöre zum Sortiment. „Wir lassen unser Eis ganz ehrlich und hochwertig produzieren – ohne Aromen und künstliche Farbstoffe“, so die Eisdielen-Inhaberin.

Eine Kugel kostet 1,35 Euro – krumme Beträge stören wegen des bargeldlosen Bezahlens ohnehin nicht. Toppings wie Erdbeersauce, Haselnuss-Krokant oder bunte Streusel gibt es zusätzlich oben drauf. „Meine eigene Lieblingssorte ist Pistazie, eine 100-Prozent-Nusssorte“, verrät Graf.

Die eigene Liebe zum Eis – sie war es auch, die Anfang des Jahres die Idee zur eigenen Eisdiele brachte. „Wir sind eine eisverrückte Familie“, sagt die gelernte Immobilienkauffrau, die in Teilzeit weiterhin in ihrem Beruf arbeitet. Als der Vormieter, ein Kioskbesitzer, an der Kemnader Straße auszog, bot sich für die Eigentümer eine neue Chance. Welche Eissorten bieten wir an? Welchen Namen bekommt die Eisdiele? Wie finden wir Mitarbeiter? Fragen wie diese, so berichtet Graf, hätten sich nach und nach und in regem Austausch mit der Familie gefügt.

Tochter ist die Namensgeberin

„Unsere Tochter Mia durfte jedenfalls Namensgeberin für die Eisdiele sein“, sagt Graf. Die Zweitklässlerin hat auch schon in der Schule fleißig vom neuen Familienunternehmen berichtet: „Sie ist ganz stolz und hat direkt ihre Klassenkameraden eingeladen“, so die Mutter.

Den ehemaligen Kiosk haben die Inhaber komplett saniert, außerdem eine Klima- und Belüftungsanlage einbauen lassen. „Wegen der geringen Ladenfläche sind wir aber eine reine To-Go-Eisdiele“, sagt Graf. Dafür kann man sich auch nach dem Abendessen noch ein Eis zum Nachtisch holen: Die Eisdiele hat täglich von 12.30 Uhr bis 20 Uhr geöffnet.

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