Ausstellung

Einwanderungsgeschichten zwischen Kohle und Windrad

Auch Hamdi und Gönül Kisa aus Duisburg haben ihre Geschichte erzählt.

Auch Hamdi und Gönül Kisa aus Duisburg haben ihre Geschichte erzählt.

Foto: Emine Ercihan

Bochum.  Im Bochumer Industriemuseum Zeche Hannover stellt eine Ausstellung Menschen vor, die in Deutschland für Energie sorgen. Oft sind es Zugewanderte.

Einem kaum beachteten Thema widmet sich die neue Ausstellung im Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum: „Wer steckt hinter Deutschlands Energiewende?“, fragt sie.

Die Schau porträtiert Menschen mit Energie- und Einwanderungsgeschichte wie einen türkischen Bergmann, der 1970 ins Ruhrgebiet kam, und seinen Enkel, der erneuerbare Energien studiert. 20 großformatige Porträts sowie Audio- und Videostationen liefern Einblicke in die Einwanderungs- und Energiegeschichte.

Kooperation mit der RUB

Die Wanderausstellung entstand im Rahmen des Forschungsprojektes „Erzählte Energie“ am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität. Sie präsentiert die Bandbreite menschlicher Geschichten hinter der Energiewende, die auch durch Einwanderer mitgeprägt wird – vom türkischen Bergmann der Zeche Walsum bis hin zur libyschen Doktorandin an der RUB.

„Wer einwandert, um Kohle abzubauen oder um über Solarturm-Kraftwerke zu forschen, hat etwas zu erzählen: über den eigenen Weg nach Deutschland, von der Arbeit unter Tage oder in der Gewerkschaft oder von der Entscheidung, für ein Studium der erneuerbaren Energien die Heimat zu verlassen“, erklärt Kuratorin Karin Yesilada (RUB). Gerade im Ruhrgebiet lässt sich der Strukturwandel auch im Bildungssektor ablesen: Erneuerbare Energien kann man heute an mehreren Hochschulen in der Region studieren.

Unterwegs an Schulen

In der Ausstellung lernen die Besucher Menschen mit Energiegeschichte auf Fotografien von Emine Ercihan und in Texten von Karin Yesilada kennen, hören ihnen an Audio-Stationen zu. Filmausschnitte der Interviews gibt’s auch zu sehen. Im Herbst gastiert die Wanderausstellung an mehreren Schulen und Kollegs im Ruhrgebiet.

>>>Infos zur Ausstellung

„Energie in Bewegung. Einwanderungsgeschichte zwischen Kohle und Windrad“, Eröffnung: Donnerstag, 15. August, um 19 Uhr (bis 8. September). Industriemuseum Zeche Hannover, Günnigfelder Straße 251, Mi-Sa 14-18 Uhr, So 11-18 Uhr. Eintritt frei

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