Opernabend

Ein Weltstar singt für Langendreer – aus alter Verbundenheit

Xaver Poncette am Klavier begleitet Torsten Kerl bei dessen Auftritt in Rudolf-Steiner-Schule in Langendreer.

Xaver Poncette am Klavier begleitet Torsten Kerl bei dessen Auftritt in Rudolf-Steiner-Schule in Langendreer.

Foto: Klaus Pollkläsener

Langendreer.   Opernsänger Torsten Kerl gibt ein Konzert in der Rudolf-Steiner-Schule. Eine Herzensangelegenheit – er war früher Schüler der Waldorfeinrichtung.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Torsten Kerl ist ein weltweit bekannter Opernsänger. Der Tenor singt in allen großen Opernhäusern auf der ganzen Welt. „Ich habe schon in der Met Opera in New York, in Wien und auch in Japan gesungen“, erzählt Torsten Kerl. In Berlin sang er auf der berühmten Aids-Gala. Am Wochenende kam er: nach Langendreer. Warum? Ganz einfach: aus alter Verbundenheit. Kerl war Schüler der Rudolf-Steiner-Schule und gab anlässlich des 60. Jubiläums der Einrichtung ein Benefizkonzert.

Der Erlös wird an die Schüler-Initiative „Schüler schaffen Räume“ der Waldorfschule gespendet. Die Initiative setzt sich dafür ein, dass ein neues Gebäude für die Oberstufenklassen gebaut wird. „Wir haben schon etwa 13 500 Euro innerhalb von vier Jahren gesammelt“, erzählt Solveig Sander. Sie ist Mitglied des Schülerrats. Die Schüler verkaufen selbst gemachte Marmeladen, veranstalten Spendenläufe und verkaufen T-Shirts der Schule um Geld zu sammeln. Solch ein Abend hilft ihnen natürlich enorm.

Einnahmen für Schüler-Initiative

Auf der Bühne im großen Festsaal der Schule steht ein großer schwarzer Flügel. Der Hintergrund ist in Rosa und Gold gehalten, am Bühnenrand steht eine Vase mit blühenden Zweigen. Der Pianist Professor Xaver Poncette und Torsten Kerl sind schwarz gekleidet. Die Frau von Kerl, Elena Batoukova-Kerl, trägt ein rotes Gewand. Der Abend beginnt mit einem Klaviersolo, danach wechseln sich die beiden Sänger ab. Das Konzert kommt super an. Als Elena „Suicido“ aus La Gioconda von Almicare Ponchielli singt, schweigt der ganze Saal ehrfürchtig. Danach wird sie mit tosendem Applaus belohnt.

Im Publikum sitzen viele Lehrer, die ihren ehemaligen Schüler sehen wollen. Peter May ist Lehrer, hat Kerl aber nicht selbst unterrichtet. „Ich habe ihn früher immer auf den Gängen Oboe üben gehört“, erzählt May. Bevor Torsten Kerl Tenor wurde, spielte er im Orchester das Blasinstrument. Die Frau von Peter May ist von der Stimmung beeindruckt. „Es war bombastisch, die beiden sind so authentisch“, erzählt Imme Kleeberg.

Torsten Kerl ist dieser Abend sehr wichtig. „Wir wollen die Schule unterstützen und spenden deshalb alle Einnahmen“, erklärt Kerl. Früher hat er sich regelmäßig in der Sporthalle der Schule mit Schulfreunden zum Badminton verabredet. Heute ist er in der ganzen Welt unterwegs. „Es gab Zeiten, da war Torsten nur zwei Monate im Jahr zuhause“, erzählt Elena Kerl. Er hat zwischen 40 und 60 Auftritte im Jahr. Das nächste Ziel ist Dänemark. „Am Donnerstag fliege ich nach Odense, danach nach Barcelona und nach Osaka in Japan.“ Es wird also nicht langweilig.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben