Festival

Bochum Total: Ein Rundgang über das Festival am Samstagabend

Zu Tausenden ziehen die Bochum-Total-Fans am Samstagabend durch das Bermudadreiecks

Zu Tausenden ziehen die Bochum-Total-Fans am Samstagabend durch das Bermudadreiecks

Foto: Ralf Rottmann

Bochum.   Es ist rappelvoll bei Bochum Total am Samstagabend. Die Stimmung bei den Tausenden Festival-Besuchern ist gut. Und friedlich ist es bisher auch.

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Kein Bochum Total ist wie das andere. Jedes Jahr stehen die unterschiedlichsten Bands auf den Bühnen. Jedes Jahr sind es ganz verschiedene Eindrücke die man rund um das Bermudadreieck sammeln kann. Pohlmann schlagen am Samstagabend auf der 1Live-Bühne eher ruhigere Töne an, so richtig laut ist es zeitgleich an der Heinz-Bühne bei Who Killed Bruce Lee.

Und genau das macht das große Umsonst-und-draußen-Festival zu dem was es ist: Eine Veranstaltung mit großem Wiedererkennungswert, die die Bochumer seit mehr als 30 Jahren begleitet.

Sehr zufrieden zeigt sich in diesem Jahr Festivalsprecher Björn Büttner. Nicht nur weil es bisher friedlich geblieben ist, sondern auch, weil es 2017 bisher keine Band-Ausfälle gegeben hat. Das ist nicht unbedingt die Regel.

Vor 30 Jahren war Bochum Total viel kleiner

Annegret Klostermann ist 72 Jahre alt. Und kann sich noch gut an ihr erstes Bochum Total erinnern. „Das war vor circa 30 Jahren“, sagt sie. Damals war das aber alles noch viel kleiner.

Zusammen mit ihrer Freundin Elsbeth Willich sitzt sie am frühen Samstagabend an einer Biertischgarnitur an der Viktoriastraße. In zwei Plastikbechern vor ihnen perlt Sekt. „Das ist hier zwar nicht unsere Musik, die hier gespielt wird, aber es ist allemal besser, als auf der Couch zu sitzen“, sagt Annegret Klostermann und lacht.

Von Musik bekommen die beiden gerade eh wenig mit. Zwar wabert über die Viktoriastraße ein dumpfer Bass von der großen 1Live-Bühne zu ihnen herüber, doch auf der Bühne direkt neben ihnen wird mehr geredet – und vor allem gelacht. Denn auch das ist Bochum Total: Mehr als nur Musik.

Cartoonzeichner auf der Wortschatzbühne

Auf der Trailer Wortschatzbühne stehen die Cartoonzeichner Oliver Hilbring und Michael Holtschulte. Zwar geht es in ihrem Programm unter anderem auch um Rock-Klassiker – also Musik – doch die spielt nicht die prominente Rolle wie auf den anderen Bühnen.

Auf einem Bildschirm läuft ein Cartoon nach dem anderen ab. Die vielen Menschen vor der Bühne grinsen und müssen laut lachen. Denn Rockklassiker wie „Purple Rain“ werden kurzerhand zu „Popel Rain“ oder ähnlich komischen Titeln. Muss man gesehen haben!

Annegret Klostermann und Elsbeth Willich haben von den Cartoons noch nicht viel gesehen, wollen das aber ändern. Sie machen gerade eine Pause, haben aber noch viel vor. „Wir drehen gleich noch eine Runde“, sagt Klostermann: Von der Trailer Wortschatzbühne zunächst zur Sparkassenbühne. Von dort über die Kortumstraße zur Brüderstraße. Und so weiter.

Im Gänsemarsch durch die Brüderstraße

Apropos Brüderstraße. Dort ist es um 19.15 Uhr bereits so voll, dass der Weg von der Kreuzstraße bis zur Ecke Neustraße (wo die Heinz-Bühne steht) locker zehn Minuten dauert. Vielleicht sogar mehr. Das macht aber gar nichts, denn die Menschen sind gut drauf, erzählen sich von den vergangenen Tagen beim Festival und haben Spaß. Ärger gab es bisher wenig. „Bis jetzt ist es sehr positiv verlaufen“, sagte am Nachmittag ein Polizeisprecher auf Anfrage. Daran hat sich glücklicherweise auch nach erneuter Nachfrage gegen 21.45 Uhr nichts geändert.

Die Menschenmasse zieht in winzigen Schritten an zig Buden und Ständen vorbei. Mitten durch einen süßlichen Kirschgeruch, der wohl von den vielen Wasserpfeifen kommt, die vor den Shisha-Bars im Dutzend vor sich hinblubbern.

Komischerweise ist es trotz der vielen Leute vergleichsweise ruhig in der Brüderstraße. Das mag daran liegen, dass auf der Heinz-Bühne gerade kein Konzert ist. „Die wahrscheinlich lauteste Bochumer Deutschrockband der Welt“ – Jo Hartmann – ist gerade fertig.

Pohlmann ist der berühmteste Act des Tages

Trotzdem hört man beim Gänsemarsch durch die Häuserschlucht eine langsam lauter werdende Base Drum. Je näher man der Bühne kommt, desto lauter wird diese und desto klarer wird auch, was sich dort abspielt.

Die Punkrocker von KMPFSPRT sind beim Soundcheck. Und bringen schon dabei das Publikum in Wallung. Wenig später bei ihrem Auftritt wird aus Wallung Ekstase.

Das will mit Sicherheit auch der wohl berühmteste Act des Tages erreichen: Pohlmann. Allerdings in einer musikalisch deutlich ruhigeren Variante. Der Sänger tritt mit seiner Band am Samstagabend ab 20.45 Uhr als Headliner auf der 1Live-Bühne auf.

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