Eichenprozessionsspinner

Eichenprozessionsspinner: Immer mehr Meldungen in Bochum

Mehrere Nester des Eichenprozessionsspinners wurden jetzt auch auf dem Schulhof der Vels-Heide-Grundschule in Altenbochum – und schnell entfernt.

Mehrere Nester des Eichenprozessionsspinners wurden jetzt auch auf dem Schulhof der Vels-Heide-Grundschule in Altenbochum – und schnell entfernt.

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services GmbH

Bochum-Altenbochum.   300 Nester der gefährlichen Raupe ließ die Stadt in den vergangenen Wochen entfernen. Die Meldungen nehmen zu. Doch bald hat der Spuk ein Ende.

In der Vels-Heide-Schule in Altenbochum war es am Montag deutlich ruhiger als sonst. Es waren im Gegensatz zu normalen Schultagen auch viel weniger Kinder in den Klassenräumen. Der Grund dafür fand sich auf dem Schulhof. Dort stehen zwei Eichen, und an einem der Bäume wurden mehrere Nester des gefährlichen Eichenprozessionspinners entdeckt. „Vier bis fünf werden es sein“, sagte Schulleiterin Claudia Keßler-Störzel, die am freien Sonntag extra die Lage sondiert hatte, um die Eltern rechtzeitig über die Gefahr zu informieren.

Viele Eltern ließen ihre Kinder vorsichtshalber zu Hause

Der Bereich um die befallene Eiche wurde großräumig abgesperrt. Dennoch hat Claudia Keßler-Störzel den Eltern natürlich die Entscheidung überlassen, ob sie angesichts des Eichenprozessionspinners ihr Kind zur Schule lassen. Und viele von ihnen waren so besorgt, dass sie den Nachwuchs zu Hause hielten. „Gerade die Eltern von Allergikern“, zeigt Claudia Keßler-Störzel Verständnis.

Schulamt hat direkt gehandelt

Nun ist die Gefahr gebannt. Umgehend hatte das Schulamt gehandelt. Dienstagfrüh wurden die Nester direkt von einer Fachfirma entfernt.

Schulen und Kitas haben Vorrang

Schulen und Kindergärten haben laut Stadt absolute Priorität, wenn es um das Entfernen der ungebetenen Gäste geht. „Auch zu öffentlichen Veranstaltungsorten rücken wir schnellstmöglich aus“, erklärt Charlotte Meitler vom Presseamt der Stadt.

Insgesamt um die 300 Nester seien in den vergangenen eineinhalb Monaten im Stadtgebiet vernichtet worden. In den letzten zwei, drei Wochen hat die Stadt dabei einen leichten Anstieg an Meldungen ausgemacht. Meitler: „Das kann aber auch daran liegen, dass die Bürger inzwischen sensibilisierter sind und häufiger auf Nester hinweisen.“

Haare können Juckreiz auslösen

Der Eichenprozessionsspinner (kurz: EPS) ist eine unscheinbare braune Nachtfalterart, die im Raupenstadium stark behaart ist und seine Nester in Eichen hat. In den Nestern verpuppen sich die Raupen im Juli. Im Falterstadium ist die Art unauffällig. Puppen und Falter sind ungefährlich. Die Raupen allerdings verlieren Haare, die so genannten Brenn- oder Spiegelhaare, die insbesondere bei trocken-warmem Wetter über weite Strecken verweht werden können. In den Gespinstnestern sind große Mengen dieser Spiegelhaare vorhanden.

Die Haare der heranwachsenden Raupen sind Auslöser von teilweise stark juckenden, entzündlichen Hautreaktionen bis zum anaphylaktischen Schock in extremen Fällen.

Beruhigung der Lage wird für Ende Juli erwartet

Die Stadt erwartet, dass sich die Situation Ende Juli beruhigt haben wird. Charlotte Meitler: „Dann dürften die Raupen nicht mehr kriechen und sich verpuppt haben. Die Haare werden dann allerdings noch in den Nestern sein.“

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