Verkehr

E-Scooter erreichen Wattenscheider Fußgängerzone

Nun stehen auch E-Scooter vor dem Rathaus in Bochum-Wattenscheid.

Nun stehen auch E-Scooter vor dem Rathaus in Bochum-Wattenscheid.

Foto: Mark Vogelsang

Bochum-Wattenscheid.  E-Scooter haben nun auch in Wattenscheid Einzug gehalten. Viele reagieren skeptisch auf die „gefährlichen Stolperfallen“.

Nun flitzen sie durch Wattenscheid: E-Scooter haben in den letzten Wochen auch die Wattenscheider Fußgängerzonen erobert – wo die Roller bei den Anwohnern gemischte Gefühle hervorrufen.

Mehr verärgert als erfreut haben viele Wattenscheider das zusätzliche Fortbewegungsmittel in den sozialen Medien aufgenommen. Auf Facebook beklagten viele, die Roller würden im Weg herumliegen und so gerade im Dunkeln zur gefährlichen Stolperfalle werden. Wattenscheider posteten Bilder von E-Scootern des Anbieters Circ vor dem Wattenscheider Rathaus und im Ortsteil Günnigfeld.

E-Roller werden umgeschmissen oder in den Weg gelegt

Diese Bedenken teilt auch Wattenscheids Bezirksbürgermeister Manfred Molszich (SPD). „Die Roller werden umgeschmissen oder mehrere auf einen Haufen besonders intelligent mitten auf den Gehweg gelegt“, sagt er. „Wer mit dem Rollator oder Rollstuhl kommt, kann nicht mehr vorbei.“

Nachdem der Bezirksbürgermeister im Dezember den ersten E-Scooter über den Alten Markt fahren sah, stellte er eine Anfrage an die Stadtverwaltung. Auf seine Frage nach Verbotszonen antwortete die Stadt, mit dem Roller-Anbieter würden Verbotszonen für die Wattenscheider Innenstadt abgestimmt. E-Scooter dürften beispielsweise nicht auf Grünanlagen oder Fluchtwegen abgestellt werden.

Da das GPS der Roller erkennt, ob sich der Roller in einer solchen Verbotszone befindet, wird es für die Nutzer teuer, wenn sie die Roller dort abstellen. Aufgrund der Ungenauigkeit des GPS sei dies bei kleinen Verbotszonen aber schwer umzusetzen, hieß es aus dem Rathaus. Das Durchfahren von Verbotszonen will die Stadt sowie die Polizei weiterhin „fallweise“ ahnden.

Bochum bleibt für Roller-Anbieter ein attraktiver Markt

Für die Anbieter für E-Scooter-Verleih Lime, Circ und Tier ist ganz Bochum ein attraktiver Markt. Allein auf den grünen E-Scootern des Verleihers Lime wurden in Bochum seit September 65.000 Kilometer zurückgelegt.

„Aktuell ist Wattenscheid eine No Parking Zone, eine rote Zone für unsere Nutzer, da darf die Fahrt nicht beendet werden“, sagt Florian Anders vom Anbieter Lime. Der E-Scooter-Verleih habe aktuell keine Expansionspläne in Richtung Wattenscheid. „Derzeit ist es zu kalt für eine Ausweitung des Gebiets. Es kann aber sein, dass sich das im Sommer ändert“, sagt Anders.

Rollerverleih in Wattenscheid ist auch für andere Anbieter „sehr gut vorstellbar“

Auch der Konkurrent Tier beschränkt seinen Rollerverleih noch auf die Bochumer Innenstadt. Sprecher David Krebs erklärt, eine Ausweitung des Angebots auf weitere Stadtgebiete in Bochum sei in Zukunft für Tier „sehr gut vorstellbar“.

Bezirksbürgermeister Manfred Molszich bleibt skeptisch was die Nutzung von E-Rollern angeht: „Ich sehe keinen Sinn in einem zusätzlichen Verkehrsmittel, das nur auf den Wegen genutzt wird, die man ansonsten zu Fuß zurück legen würde“, so Molszich.

„Es wundert mich, warum die Leute über die Fahrpreise der Bogestra schimpfen, wenn sie dazu bereit sind, für ein paar Meter E-Roller 5 Euro auszugeben“, sagt der Bezirksbürgermeister. „Da kann ich nur lachen“. Im Zuge der Diskussion über das Fahrradverbot in der Wattenscheider Innenstadt will Molszich demnächst auch die E-Scooter politisch zum Thema machen.

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