Nahverkehr

E-Busse der Bogestra rollen und sorgen für positive Stimmung

Auf dem Weg zum ersten Dienst. Ein E-Bus der Bogestra, der von Weitmar, über den Hauptbahnhof bis nach Riemke fährt (Linie 354).

Auf dem Weg zum ersten Dienst. Ein E-Bus der Bogestra, der von Weitmar, über den Hauptbahnhof bis nach Riemke fährt (Linie 354).

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum.  Die Bogestra nutzt die neuen ­E-Busse auch als willkommenes Werbemittel. Die Fahrgastzahlen haben sich in Bochum etwas stabilisiert.

Während seit Montag, 26. Oktober, erstmals die 20 funkelnagelneuen E-Busse der Bogestra, auf den Linien 354 (Weitmar – Bochum Hbf - Hofstede – Riemke) und die Linie 380 in Gelsenkirchen unterwegs sind, meldet das Verkehrsunternehmen wieder etwas positivere Fahrgastzahlen.

Bogestra-Vorstand Jörg Filter teilt auf Anfrage der WAZ mit, dass das Fahrgastaufkommen im August wieder bei rund 85 Prozent des Niveaus der Zeit vor der Pandemie gelegen habe. Geht man von einer Dimension von rund 390.000 Fahrgästen täglich aus, wären das im August rund 330.000 Personen an einem Werktag gewesen.

Eine Prognose, wie sich der neuerliche dramatische Anstieg der Corona-Infektionen auf den ÖPNV auswirke, sei derzeit nicht möglich. Vorsorglich hat die Bogestra bis Ende September fristgerecht einen Antrag eingereicht, um in Genuss von Finanzmitteln aus dem neu aufgelegten ÖPNV-Corona-Rettungsschirm zu erhalten. Dies werde vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) koordiniert.

Befürchteter Umsatzeinbruch

Das Unternehmen jedenfalls kann jetzt dringend positive Nachrichten gebrauchen, denn noch im Mai rechnete der Vorstand vor, dass in diesem Jahr ein Umsatzeinbruch von bis zu 40 Millionen Euro verbucht werden müsse. Die bedeutet, dass ein Viertel der Einnahmen in diesem Jahr wegbrechen.

So überrascht es nicht, dass die Bogestra den Start der neuen E-Bus-Flotte auch für Eigenwerbung nutzt. In Bochum startete der erste E-Bus der Linie 354 vom Betriebshof in Weitmar an der Hattinger Straße um 4.51 Uhr. Gegen 10.30 Uhr beginnt der Dienst von Olf Trojahn. Der 58-Jährige sitzt seit 35 Jahren am Steuer von Bogestra-Bussen. „Doch für die neuen E-Busse musste ich noch einmal eine Einweisung erhalten.“

Künstliches Motorengeräusch

Zwar sind Maße und wesentliche Funktionen des hochmodernen Fahrzeugs mit denen von Diesel-Bussen identisch, doch es gibt gewisse Unterschiede. Etwa dieser: Damit die Passanten und Fahrgäste den sonst mucksmäuschenstill dahingleitenden Bus überhaupt beim Herankommen hören, erklingt bis zu einer Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern ein elektrisch erzeugtes Motorengeräusch.

„Wenn ich daran zurück denke, wie die Busse in den 80ern ausgestattet waren, als ich angefangen habe, hat sich verdammt viel verändert“, erinnert sich Olf Trojahn. Vor zwölf Jahren schaffte die Bogestra den ersten Hybridbus an, drei Jahre später unterhält das Unternehmen schon die größte Hybridbusflotte in Nordrhein-Westfalen.

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