Dschungelcamp

Dschungelcamp-Zicke Sarah wird heulend zum Star

Foto: WAZ

Bochum. Das Bochumer „Top-Model“ Sarah Knappik und ihr Auftreten im Dschungelcamp sorgen weiter für jede Menge Zwist bei TV-Zuschauern und Internetnutzern.

Die meisten Zuschauer hatten sie als Randfigur abgetan. Als hübsches Beiwerk, dafür engagiert, mit ihrem wohlgeformten Körper den Faktor Sex zu bedienen. Sarah wer? Doch die Fernsehbilder aus dem fernen Australien zeugen von einem unerwarteten Rollentausch. Langhans & Co. gerieren sich als Langweiler. Der wahre Star des Dschungelcamps heißt Sarah Knappik - nicht unbedingt zur hellen Freude vieler Mitbürger.

„Als Bochumerin mag man sich nur noch fremdschämen“, lautet noch einer der harmlosesten Online-Kommentare zum Auftreten der 24-jährigen Lindenerin. Die einstige Top-Model-Kandidatin hat sich im Urwald zur veritablen Camp-Zicke gemausert. Überheblich, besserwisserisch, bisweilen arrogant katapultierte sie sich alsbald aus dem funktionierenden Gefüge der elfköpfigen Gruppe. Das lockere, reviertypische Mundwerk, im normalen Leben und Showbusiness durchaus eine Stärke der Blondine, wird ihr im Team zum Verhängnis.

RTL baut Sarah zur Nerv- und Hassfigur auf

RTL reagiert erwartbar gnadenlos - und baut Sarah seit dem Wochenende zur Nerv- und Hassfigur auf. Ob Kalkül oder Naivität sei dahingestellt: Sarah, so viel ist gewiss, gefällt sich in der Eine-gegen-alle-Rolle, die sie mit ihrer ersten Dschungelprüfung eingenommen hat. Dass sie das Krabbeln durch einen Tunnel mit allerlei widerlichem Getier nach nur 72 Sekunden abgebrochen hat, nahm ihr niemand krumm. Wohl aber die jämmerliche Art, wie sie ihre Aufgabe begründete. Weinerlich. In Selbstmitleid ertrinkend. Gefühlte zehnmal gepaart mit dem Hinweis, das sie ganz bestimmt die härteste aller Dschungelprüfungen zu bewältigen hatte (ohne die noch kommenden zu kennen).

RTL und der Boulevard nutzen die Gunst der Stunde und bauen Sarah wenn nicht zur Dschungel-, so zur Trash-Queen auf. „Das dritte Mal, dass sie was abgebrochen hat – nach Realschule und Friseurlehre”, ätzte Moderator Dirk Bach. Im RTL-Online-Portal werden „Die besten Sprüche der Dschungelzicke“ vorgeführt. Die „Bild-Zeitung“ steht in der Vermarktungskette nicht zurück - und haut gleichfalls drauf: „Deutschland hass-liebt Dschungel-Zicke Sarah Knappik, weil man sich über diese Frau so schön aufregen kann. Bei jedem Anlass wird geheult, und die anderen sollen trösten. Man fragt sich langsam: Bekommt Sarah auch Geld fürs Heulen?“

Sarah musste zur nächsten Dschungelprüfung ran

Das Publikum tut, wie ihm von den TV-Machern nahegelegt: Am Montag musste Sarah bei der nächsten Dschungelprüfung ran. Bei einem „Oktoberfest“ galt es erneut, Angst und Ekel zu überwinden. Dieses Mal wollte die ehemalige Modelkandidatin kämpfen, sie wollte nicht länger “Sarah, die Heulsuse” sein, die “völlig durch” war und “komplett Schmerzen” hatte. Knappik entschied, ab nun “Sarah, die Kämpferin” zu sein, die auch “im Team playen” kann.

Also riss sich die 22-Jährige zusammen und trat mit dem Ex-Boygroupsänger Jay Khan im “Käfer-Zelt“ an. Auf dem Speiseplan standen unter anderem Hirn und Schwanz von Ratten, Hirschhoden und Emu-Leber. Nachdem sich Knappik vergewissert hatte, dass auch ein Emu mal ein Lebewesen war, lehnte die Vegetarierin das Püree konsequenterweise ab. Dafür trank sie unter anderem eine Maß Kotzfrucht-Saft und ergatterte insgesamt drei Sterne.

Die "Belohnung": Die Zuschauer wählten Sarah auch in die nächste Dschungelprüfung. Dort wartet das "Boot des Grauens" - und die nächste Chance, im Fokus der Zuschauer an ihrem Image zu arbeiten.

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