E-Bike

Diese fünf Tipps sollte jeder E-Bike-Fahrer in Bochum kennen

E-Bikes erleben gerade einen Boom: Bei einem Praxistraining, den die Verkehrswacht Bochum anbietet, entdecken die Teilnehmer die Geheimnisse ihrer neuen Gefährten.

E-Bikes erleben gerade einen Boom: Bei einem Praxistraining, den die Verkehrswacht Bochum anbietet, entdecken die Teilnehmer die Geheimnisse ihrer neuen Gefährten.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum.  E-Bikes sind beliebt, doch nicht jeder kann mit ihnen umgehen. Beim Praxistraining der Verkehrswacht bekommen die Radler einige wichtige Tipps.

Erst die Klimakrise, jetzt Corona: Die Deutschen steigen massenweise aufs Fahrrad. Insbesondere E-Bikes und Pedelecs, die bei steileren Strecken mit einem kleinen Motor an Bord punkten, erleben einen Boom. Kein Wunder, dass die E-Bike-Kurse der Verkehrswacht Bochum regelmäßig ausgebucht sind. Insbesondere Ältere lassen sich während der launigen Fahrstunden gern in die Geheimnisse ihrer neuen Räder einführen. Für die WAZ gibt Guido Jabusch von der Verkehrswacht fünf Tipps, die jeder E-Bike-Fahrer beherzigen sollte.

1. Nicht zu günstig kaufen

Auch wenn man dafür schon einen kleinen Gebrauchtwagen bekommt: Etwa 2000 bis 2500 Euro sollte jeder in sein E-Bike investieren. „Natürlich gibt es auch günstigere, aber die qualitativ wirklich guten Räder fangen etwa in dieser Preisspanne an“, sagt Guido Jabusch. Dies hänge allerdings auch mit den Bedürfnissen des Fahrers zusammen: Wer weitere Touren plant, sollte nicht unbedingt auf ein Gebrauchtes setzen, denn der Zustand des Akkus beeinflusst den Wert des E-Bikes maßgeblich. Auch das Gewicht des Fahrers spiele eine nicht zu unterschätzende Rolle: „Wer seinem Rad 120 Kilo gönnt, sollte schon ein stabiles besitzen“, sagt Jabusch. Sein Tipp: Immer beim Fachhändler kaufen. Auch für Rolf Giesselbach, der den Kursus gemeinsam mit seiner Frau Heidi besucht, war der Kauf ihrer E-Bikes kein Schnäppchen: „4500 Euro haben wir für beide Räder bezahlt“, erzählt er. „Aber dafür waren wir dieses Jahr auch nicht im Urlaub.“

2. Nicht vom Sattel springen

Für viele während des Kurses komplett neu: Wer bremst, sollte dabei nicht vom Sattel springen, sondern sitzen bleiben. Dieser Tipp, der gerade von Frauen wenig beherzigt würde, hält Jabusch für einen der wichtigsten. Das abrupte Bremsen lässt er seine Kursteilnehmer so lange üben, bis die Reifen quietschen. „Den Sattel sollte man vorher so einstellen, dass man mit den Zehenspitzen locker den Boden berührt“, sagt er. „So hält man sein Rad beim Bremsen stabil.“ Sein Tipp: Der Akku sollte mittig am Rad angebracht sein und nicht wie günstigeren Rädern gern üblich am Hinterrad. „Das sorgt für bessere Stabilität.“

3. Nicht die Geschwindigkeit unterschätzen

Wer an seinem E-Bike die Motor-Düse anschmeißt, ist oft viel schneller unterwegs als beim herkömmlichen Radfahren. Diese leidvolle Erfahrung hat auch Rolf Giesselbach gemacht: „Da ächze ich mit meinem Rad den Berg rauf, während meine Frau fröhlich winkend an mir vorbei geschossen kommt“, erzählt er schmunzelnd. Doch Vorsicht: „Leichtsinn ist im Straßenverkehr kein guter Begleiter“, sagt Jabusch. „Mit dem E-Bike hat man bergauf gern 25 km/h drauf. Das hört sich wenig an, birgt bei Unfällen aber gewaltige Risiken.“

4. Stabil langsam geradeaus fahren

Auch wenn es sich simpel anhört: Einfach mal stabil eine längere Strecke geradeaus zu fahren, kann das Gleichgewicht schulen und gerade Anfängern ein besseres Gefühl für ihr Rad geben. „Viele Kursteilnehmer sind ewig nicht Fahrrad gefahren, bevor sie sich dann plötzlich ein E-Bike kaufen“, erzählt Jabusch. Dass manche von ihnen mit ihren Rädern gar nicht richtig umgehen können, sei leider immer wieder zu beobachten. „Manche brauchen erstmal ein Feeling dafür, wie es sich überhaupt anfühlt, auf einem Rad zu sitzen.“

5. Immer mit einem Lächeln fahren

Die vielleicht wichtigste Lektion gibt Jabusch seinen Schützlingen am Ende mit auf den Weg. „Auch wenn man im Straßenverkehr im Recht ist oder sich zumindest im Recht fühlt: Niemals darauf bestehen, denn ein Unfall hat für Radfahrer oft gravierende Folgen.“ Stattdessen: vorausschauend mit Schulterblick fahren, Konfliktsituationen meiden. Und ganz wichtig: „Immer mit einem Lächeln radeln“, sagt er. „Wer anderen Verkehrsteilnehmern ein Lächeln schenkt, kommt meist auch entspannter ans Ziel.“

Info: Praxistraining der Verkehrswacht ist beliebt

Das E-Bike-Praxistraining der Verkehrswacht Bochum ist beliebt: Meistens sind die Kurse schnell ausgebucht. Die nächsten Kurse finden am 4. und 18. August sowie am 9. und 10. September neben dem Sportplatz Auf dem Esch in Westenfeld statt. Die Teilnahme kostet 30 Euro, kostenfrei ab 50 Jahren. Anmeldung: 02327 / 83 81 566 oder info@verkehrswacht-bochum.de

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