Die Welt erklärt in knapper Form

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Gernot Kotte ist nicht nur eine stattliche Erscheinung, er ist auch ein Mann mit vielen Talenten. Und mit noch mehr Interessen. Der Prof. Dipl.-Ingenieur hat in seinem Leben über 7200 Fachaufsätze in seinem Spezialgebiet – dem Sektor der Bauproduktionsmittel – verfasst. Aber das ist nur die eine Seite. Die andere ist der Aphoristiker Kotte. Seit 1981 schreibt der Weitmarer in der Tradition eines Lichtenberg. Jetzt hat er seine Texte zusammengestellt. In einem mächtigen 414-seitigen Buch.

Manches ausprobiert

„Schreiben ist mein Lebenselixier“, sagt er, aber das ist wieder nur die halbe Wahrheit, denn genauso gut könnte er als „Lebenselixier“ das Malen nennen oder das Bildhauern oder das Lehren oder das technische Konstruieren. Kotte ist einfach nicht festzulegen. Vielleicht war er das noch nie: In seiner Jugend war der aus Dohna/Sachsen gebürtige Hüne DDR-Juniorenmeister im Hammerwerfen.

„Die musisch-kreative Ader liegt wohl in der Familie“, sinniert Kotte. Schon sein Vater war in dieser Hinsicht vorbelastet. Das rein Wissenschaftlich-Technische konnte also auch ihm, als seines Vaters Sohn, nicht alles sein. Und so kam es, dass Kotte neben dem beruflichen Schreiben von Aufsätzen privat literarisch aktiv wurde. „Immer abends, meistens auch nachts“, sagt er.

Vieles hat er ausprobiert, Essays, Reportagen, Berichte. Am Ende lag ihm die knappe, verdichtete Form des Aphorismus noch am nächsten. Seine Lebenswertungen und –weisheiten hat Kotte nicht im stillen Kämmerlein ersonnen, sondern der Wirklichkeit abgeschaut und abgelauscht. „Alles, was mir begegnet, Gespräche mit Menschen, Naturerfahrungen oder Gedankenblitze ist Auslöser für das Schreiben“, sagt er.

Mit zwei Kladden hat 1981 alles angefangen; zuletzt hat Kotte das Konvolut seiner Texte sortiert und als „Impulse“ im quasi-Eigenverlag MKB – steht für Medien Kontakt Büro Kotte („Das Kind musste einen Namen haben“) - zusammengefasst. Die Öffentlichkeit seiner Texte würde Kotte nicht scheuen, im Gegenteil: „Schön wäre es, einen Verlag zu finden“, sagt er. Übrigens hat er sechs noch nicht gedruckte Bücher in petto…

„Schreiben ist mein Lebenselixier.“ Das war so, und ist so. „Und“, sagt Kotte, „das wird auch so bleiben, bis ich nicht mehr bin.“ Bis dahin sollte aber noch Zeit sein, denn Gernot Kotte hat noch viel vor. Übermorgen wird er 76!

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