Buchhandlung

Die „Leseinsel“ besteht seit zehn Jahren in Bochum

Zehn Jahre Buchhandlung „Leseinsel“: Es schmökern (v.l.) Heinz Kischkel und Inhaber Jürgen Riering.

Zehn Jahre Buchhandlung „Leseinsel“: Es schmökern (v.l.) Heinz Kischkel und Inhaber Jürgen Riering.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Bochum-Wiemelhausen.  Bochumer Buchhändler Jürgen Riering eröffnete 2010 sein Geschäft in Wiemelhausen – mit gutem Grund. Kunden hielten im Lockdown die Treue.

Eine Buchhandlung im Stadtteil bringt nicht nur Literatur zu den Menschen, sondern schafft einen Ort für Gespräche über erdachte und wahre Geschichten. Wie gut, dass Buchhändler Jürgen Riering seinen persönlichen Traum verfolgte und am 1. Oktober 2010 eine eigene Buchhandlung im Bochumer Kirchviertel eröffnete.

Als er die Leseinsel damals plante, fragte er in verschiedenen Stadtteilen unter den Passanten herum, ob sie eine Buchhandlung besuchen würden: „In Wiemelhausen hatte ich die größte Resonanz“, so der 46-Jährige. Sein Schwerpunkt liegt auf Kinder- und Jugendbüchern, wobei natürlich auch Erwachsene in der Leseinsel eine erlesene und umfangreiche Auswahl finden.

Bochumer Stammkunden gratulieren

Zum zehnten Geburtstag am Donnerstag herrschte im 60 Quadratmeter großen Ladenlokal besonders heitere Stimmung und nebenher lief das Geschäft. Auch Stammkunde Lothar Ehlhardt (68) kam vorbei, kaufte ein paar Rätselbücher und bestellte ein Fachbuch zum Radsport: „Was wir an Büchern brauchen, kaufen wir hier. Es sind nette Leute, es gibt kein Gedränge – einfach angenehm.“

Von einer Geburtstagsfeier mit Gästen und Programm hat Jürgen Riering wegen Corona abgesehen, aber es gab schüsselweise Süßigkeiten und eine kleine Überraschungstüte für die Kinder. „Für alles, was wir uns so vorgestellt hätten – eine Lesestunde oder Spiele – ist das Geschäft einfach zu klein“, sagt der Inhaber. Schade ist das schon, denn die Leseinsel ist auch ein Ort, an dem Besucher die Literatur immer wieder erleben können.

Zahlreiche Autoren haben ihre Bücher für Groß und Klein bereits in der Leseinsel vorgestellt, teils mit musikalischer Unterstützung oder anderen unterhaltsamen Sahnehäubchen. Legendär sind etwa die Dialoge zwischen Kinderbuchautorin Fritzi Bender und ihrer Handpuppe, Chamäleon Balduin – um nur eines der vielen Highlights zu nennen.

Lesungen fallen wegen Corona aus

Leider fallen auch die Lesungen bis auf Weiteres aus. Ansonsten ist die Leseinsel bis jetzt gut durch die Corona-Krise gekommen. „Unsere Kunden haben während des Lockdowns alle Kanäle für Bestellungen genutzt, um uns zu unterstützen. Ich kann wirklich nur dankbar sein“, freute sich Riering. Mit ihm freute sich sein noch recht neuer Mitarbeiter Heinz Kischkel (66), der seinem Beruf als Buchhändler seit Anfang des Jahres in der Leseinsel in Altersteilzeit nachgeht.

Weitere Nachrichten aus Bochum lesen Sie hier

https://www.waz.de/staedte/bochum/jetzt-den-newsletter-mit-bochumer-nachrichten-abonnieren-id228022009.html

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben