Deponie

Die Hausmüll-Deponie Kornharpen wird zur Naherholungsfläche

Die Arbeiten zur Oberflächen-Abdichtung auf der Deponie Kornharpen haben begonnen. Bezirksbürgermeister Henry Donner schaute sich auf der Baustelle um.

Die Arbeiten zur Oberflächen-Abdichtung auf der Deponie Kornharpen haben begonnen. Bezirksbürgermeister Henry Donner schaute sich auf der Baustelle um.

Foto: USB

Kornharpen.   Die Oberflächen-Abdichtung hat begonnen. Die Maßnahmen werden mehrere Jahre dauern. Bezirksbürgermeister macht sich ein Bild von den Arbeiten.

Der Wald auf der Zentraldeponie Kornharpen ist bereits gerodet. Nun beginnen die Arbeiten zur Abdichtung der Fläche, die mehrere Jahre dauern werden. Die ehemalige Hausmülldeponie an der Havkenscheider Straße soll langfristig eine Naherholungsfläche für den Bochumer Norden werden.

Gegen eine Neunutzung für Bauschutt gewehrt

Henry Donner (SPD), Bezirksbürgermeister Nord, hatte in seinen Bürgersprechstunden Anfragen dazu: „Die Menschen sehen, da tut sich was. Nachdem der USB noch vor wenigen Jahren über eine Reaktivierung der Deponie nachgedacht hatte, ist es jetzt wichtig, dass es nun zu einer Renaturierung kommen wird.“ Im Oktober 2017 hatten sich die Bezirke Nord, Mitte und Ost erfolgreich gegen eine Neunutzung für Bauschutt gewehrt.

Arbeiten auf 160 Meter hohem Plateau

Gemeinsam mit Bezirksverwaltungsstellenleiter Günter Krethke hat Donner sich mit dem USB auf der Deponie, die 2009 stillgelegt worden war, umgeschaut. Der Bezirksbürgermeister ließ sich von USB-Geschäftsführer Christian Kley die Deponie zeigen und konnte sich einen Eindruck vom Umfang der geplanten Abdichtungs-Arbeiten machen. Die ersten großen Baumaschinen wurden bereits vor Ostern angeliefert. Die Arbeiten, die jetzt auf dem 160 Meter hoch gelegenen Plateau beginnen, werden sechs bis zehn Jahre in Anspruch nehmen.

Deponien bleiben in der Verantwortung der Betreiber

Der USB hatte im Vorfeld ein Bodenlager angelegt, dessen Bewuchs entfernt wurde. Diese Bodenmassen, laut Donner geschätzte 240.000 Tonnen, werden für die Abdichtung benötigt. Weitere Rodungen entlang der Bahnstrecke an der Deponie standen nicht im Zusammenhang mit den Bauarbeiten, sondern wurden von der Deutschen Bahn AG zur Verkehrssicherung der Strecke durchgeführt.

Ähnlich wie im Bergbau, bleiben Deponien vergleichbar mit Zechen noch Jahrzehnte in der Verantwortung der Betreiber. Der USB hat beispielsweise Sickerwasser aufgefangen, das Gas aus der Deponie über ein Brunnensystem erfasst und sich um die Vegetation gekümmert. Auch in den kommenden Jahrzehnten werden diese und neue Aufgaben bleiben. Sie werden auch im Zuge der Nachsorgephase bestehen bleiben.

Die Abfälle im Inneren der Deponie produzieren noch viele Jahre lang Methan-Gas, das an die Stadtwerke geht, die es im benachbarten Blockheizkraftwerk in Strom umwandelt.

Deponie dauerhaft in ihre endgültige Form bringen

Die Gasproduktion nimmt aber stetig ab und die damit verbundenen Setzungen in der Deponie kommen zum Stillstand. Damit ist, so Jörn Denhard vom USB, „der Zeitpunkt erreicht, die Deponie dauerhaft in ihre endgültige und vom Gesetzgeber vorgeschriebene Form zu bringen.“ Dazu benötigt die Zentraldeponie die Oberflächenabdichtung, die verhindert, dass Regenwasser in die Deponie eindringen kann.

Ein landschaftspflegerischer Begleitplan regelt die ökologischen Maßnahmen, die von unabhängiger Stelle aus kontrolliert werden. Der USB hat bereits Biotope auf der Deponie angelegt, um den Tieren dort Ausgleichflächen anzubieten, während an anderer Stelle gearbeitet wird. Für die Zukunft ist geplant, durch eine Schafsherde auf der Deponie den Bewuchs niedrig zu halten. Ganz am Schluss der Abdichtung steht eine komplette Renaturierung der Deponie.

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