Kanäle

Die Baustelle in Bochum-Hiltrop tastet sich unterirdisch vor

Die zahlreichen Absperrbaken machen aus der Bushaltestelle in Bochum-Hiltrop zurzeit optisch eine Insel. Die neuen Kanalrohre werden hier auf dem größeren Abschnitt unterirdisch vorangetrieben.

Die zahlreichen Absperrbaken machen aus der Bushaltestelle in Bochum-Hiltrop zurzeit optisch eine Insel. Die neuen Kanalrohre werden hier auf dem größeren Abschnitt unterirdisch vorangetrieben.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Bochum-Hiltrop.  Bis zum Spätsommer 2021 sollen die Kanalarbeiten im Dorf Hiltrop dauern. Rund drei Millionen Euro investiert die Stadt in den Hochwasserschutz.

An der Senke unterhalb der Erlöserkirche in Bochum-Hiltrop kommt einiges zusammen, am tiefsten Punkt der Umgebung treffen zwangsläufig die Wasserströme zusammen. So ist es in den vergangenen Jahren gerade in den Sommermonaten hier immer wieder zu heftigen Überschwemmungen gekommen, die den Verkehr zeitweise lahmlegten. Weil diese Starkregenfälle kaum noch als „Jahrhundertereignisse“ gelten können, sondern durch den Klimawandel häufiger zu erwarten sind, betrieb das Tiefbauamt die Erneuerung der Mischwasser kanäle in diesem Bereich mit ungewöhnlichem Tempo.

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Die Rohre in den umliegenden Seitenstraßen Fortmannweg, Auf dem Hundell und Im Brennholt stammten sämtlich aus der Zeit um 1910 und entsprachen längst nicht mehr den Ansprüchen durch die dichtere Bebauung, an einigen Stellen waren sie zudem marode geworden. Sie mussten daher umgehend durch eine neue Leitung von 1,6 Metern auf 330 Metern Länge im unterirdischen Vortrieb und einen weiteren Sammler von 90 Zentimeter Durchmesser und 90 Metern Länge in einer neuen Trasse und über eine offene Baugrube ersetzt werden. Dadurch wird das Mischwasser aus der Siedlung auf zwei Stränge getrennt.

Tiefe Baugrube sperrt Hagenacker

Schwierigkeiten bei der Planung ergaben sich durch die dichte Bebauung und durch die Thyssengas-Transportleitung. Etwa eineinhalb Jahre veranschlagt das Tiefbauamt für die Kanalarbeiten, also etwa bis zum Spätsommer 2021. Drei Millionen Euro werden dabei verbaut. Der überwiegend unterirdische Vortrieb macht die Suche nach möglichen Kampfmitteln zeitaufwendiger und schwieriger.

Abbieger müssen bis zum Kreisel fahren

Der Hagenacker ist nur aus der Gegenrichtung von der Hiltroper Straße/Bergener Straße aus befahrbar. Wenn die Verlegung der Rohre den Bereich Im Brennholt erreicht, sollen die Behinderungen für den Verkehr weiter zurückgenommen werden.

Durch die Baugrube am Hagenacker, das Schacht-Bauwerk von sieben Metern Tiefe, werden die Spuren der Dietrich-Benking-Straße verschwenkt. Von Herne kommend ist zurzeit das Linksabbiegen in die Frauenlobstraße noch immer nicht möglich. Pendler müssen bis zum Kreisverkehr an der Hiltroper Straße weiterfahren und aus der Gegenrichtung kommend dann rechts abbiegen. Eine Baustellenampel regelt den Verkehr auf der Dietrich-Benking-Straße/Einmündung Frauenlobstraße.

Neben der Sperrung der Einmündung am Hagenacker im Dorf hat das für einigen Unmut gesorgt, und das vor allem bei Pendlern von und nach Herne. „Im Berufsverkehr morgens und nachmittags ist hier alles völlig zu bis bald zum zweiten Kreisverkehr“, erzählt ein Anwohner, „vor allem, als es dann nicht in die Frauenlobstraße weiterging.“

Mittlerweile würden wohl viele schon die Wiescherstraße insgesamt umgehen, hat er beobachtet. Vor den eigentlichen Kanal-Bauarbeiten hatten in diesem Bereich die Stadtwerke schon Leitungen erneuert, was den Lieferverkehr schwierig machte.

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