Paketzentrum

DHL setzt Spatenstich für Paketzentrum auf Ex-Opelgelände

Auf dem ehemaligen Opelgelände in Bochum wurden die Hallen abgerissen und das Areal für eine Ansiedlung von DHL aufzubereiten. Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Auf dem ehemaligen Opelgelände in Bochum wurden die Hallen abgerissen und das Areal für eine Ansiedlung von DHL aufzubereiten. Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Foto: Ingo Otto

Bochum.  Die Post-Tochter DHL baut wie angekündigt auf dem Ex-Opelgelände in Bochum-Laer ein Mega-Paketzentrum. Am Montag erfolgte der erste Spatenstich.

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Ein bisschen Landtagsatmosphäre schnuppern durften am Montag die geladenen Gäste aus Politik und Wirtschaft beim symbolischen Spatenstich zum Bau des Mega-Paketzentrums der Post-Tochter DHL auf dem ehemaligen Opel-Gelände in Bochum-Laer.

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) konterte öffentlich süffisant eine Anmerkung der Bochumer Landtagsabgeordneten Carina Gödecke (SPD): „Frau Gödecke hat gemeint, in meiner kurzen Amtszeit könne ich ja wenig beigetragen haben zur Realisierung dieses Projekts. Sie werden mir aber nachsehen, dass ich mit Freude dabei bin.“

Oberbürgermeister dankt artig der Landesregierung

Die Nachwehen des Regierungswechsels in Düsseldorf taten der Glückseligkeit aller Beteiligten ansonsten aber keinen Abbruch. Oberbürgermeister Thomas Eiskirch, der bereits als Vorsitzender der SPD Bochum und Landtagsabgeordneter zusammen mit dem ehemaligen Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) ein Befürworter der Ansiedlung war und sich dafür stark gemacht hatte, dankte natürlich artig der Landesregierung.

„Von 70 Millionen Euro, die das Land NRW in den vergangenen zwei Jahren an regionalen Fördermitteln vergeben hat, sind 66 Millionen nach Bochum geflossen“, sagte Eiskirch. Nur deshalb sei es möglich gewesen, das Gelände in Laer derart flott aufzubereiten. „Das war irre schnell. Wir haben einen Langstreckenlauf im Sprinttempo absolviert.“

Die Post indes zahlt weniger als zehn Millionen Euro für 140 000 Quadratmeter aufbereiteten Boden an die Bochum Perspektive 2022 GmbH, in der Stadt und Opel zusammen an der Aufbereitung der Flächen arbeiten. In den Bau des Paketzentrums investiert DHL insgesamt „einen knapp dreistelligen Millionenbetrag“, so Minister Pinkwart.

4,3 Millionen Pakete täglich

Post-Vorstand Jürgen Gerdes wollte sich nicht konkret zu den Kosten äußern, unterstrich aber die Bedeutung des Projektes in Bochum: „Das neue Paketzentrum im Herzen des Ruhrgebiets ist ein ganz wichtiges Tor zu einem der größten Ballungsräume in Europa.“ Die DHL sichere mit diesem Standort ihre Position als Marktführer in Deutschland mit dem Transport von 4,3 Millionen Paketen täglich.

Das Zentrum Laer wird das 35. der DHL in Deutschland sein. Allein das Gebäude wird dabei mit 40 000 Quadratmetern der Größe von fünf Fußballfeldern entsprechen. Ab Herbst 2019 sollen an dem neuen Standort bis zu 50 000 Pakete pro Stunde bearbeitet werden. 600 Menschen werden in dem Zentrum ihr Geld verdienen.

Mitte September soll die Baustelle durch den Generalunternehmer Bremer eingerichtet werden. Bis zum Jahresende sind Gründungsarbeiten geplant, der Rohbau soll spätestens Ende April 2018 stehen.

Ein halbes Jahr früher, auf der Expo Real in München Anfang Oktober, will die Stadt die nächste Ansiedlung auf Mark 51/7, so heißt die Opel-Fläche heute, bekanntgeben. Man habe noch „das ein oder andere in der Pipeline“, kündigte OB Eiskirch am Montag an. Bis Ende 2017 rechnet er mit „Zusagen von 2000 Arbeitsplätzen“ für das Areal. Eiskirch: „Das ist mehr als die Hälfte, die Opel zum Ende seiner Produktion hatte.“

>>> INFO: Daten zum Projekt auf Mark 51/7

  • Das DHL-Paketzentrum wird in U-Form gebaut. Die Schenkellänge beträgt 280 Meter. Mit einer Größe von 40 000 Quadratmetern ist das Gebäude laut DHL 1,6 mal so groß wie reguläre Zentren.
  • Die Fassadenlänge wird mit 1,4 Kilometern angegeben. Für den Lieferverkehr werden 331 Tore eingebaut.
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