Flüchtlinge

DHL-Mitarbeiter hilft Flüchtlingen beim Umzug in Bochum

Als Umzugshelfer unterstützt Mohannad Al Omari (Mitte) Flüchtlinge in Bochum. Die Post überlässt ihm kostenlos DHL-Transportfahrzeuge.

Als Umzugshelfer unterstützt Mohannad Al Omari (Mitte) Flüchtlinge in Bochum. Die Post überlässt ihm kostenlos DHL-Transportfahrzeuge.

Foto: Diakonie Ruhr WAZ

Bochum.  Ein aus Syrien stammender Mitarbeiter der DHL-Zustellbasis Riemke hilft Flüchtlingen beim Umzug in eine Wohnung. DHL überlässt ihm dafür die Fahrzeuge.

Zwei Dutzend Einsätze für Flüchtlinge hat er seit Herbst bewältigt. Und sein Handy klingelt immer wieder. Mohannad Al Omari ist als ehrenamtlicher Umzugshelfer gefragt. Denn der 38-Jährige bringt nicht nur seine Muskelkraft, sondern auch den jeweils passenden Möbelwagen mit. Den überlässt ihm sein Arbeitgeber: die DHL-Zustellbasis in Riemke.

„Zeit zu handeln“, heißt eine Initiative zur Integration von Asylbewerbern, die die Deutsche Post im September mit mehreren Hilfsorganisationen gestartet hat. Das Unternehmen bietet bundesweit 1000 Praktikumsplätze an. Und: Mitarbeiter, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, werden zu „Integrationslotsen“ geschult.

Bei Mohannad Al Omari rannte die Post offene Türen ein. In Quamischli im Norden Syriens aufgewachsen, kam er vor 28 Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland. An der Bleichstraße führte er jahrelang einen Kiosk. Seit 2006 ist er bei der Post-Tochter DHL beschäftigt: anfangs als Paketzusteller, inzwischen als Personaldisponent im Paketzentrum an der Meesmann-straße (ehemals Nokia).

Unterstützung für seine Landsleute aus Syrien, die vor Krieg und Bomben, vor dem IS-Terror und dem nicht minder menschenverachtenden Assad-Regime flüchten: Die war für den dreifachen Vater (seine Kinder sind 12, 8 und 4) schon weit vor der Post-Initiative selbstverständlich. Über seine private Hilfe hinaus kann der Querenburger nun auch das Netzwerk und den Fuhrpark von DHL nutzen.

Umzugshilfe ist sein Spezialgebiet

Spezialgebiet von Mohannad Al Omari ist die Umzugshilfe. Wohlfahrtsunternehmen von der Caritas bis zur Diakonie kennen seine Handynummer ebenso wie die Flüchtlingshelfer in den Unterkünften. Anruf genügt: Steht eine Wohnung für einen Flüchtling oder eine Familie bereit, setzt sich Mohannad Al Omari nach Feierabend und am Wochenende in eines der 90 gelben DHL-Fahrzeuge, über die das Riemker Zentrum verfügt. „Die Regale lassen sich hochklappen, sodass darin prima Möbel und Hausrat transportiert werden können“, berichtet Al Omadi.

Ob mit dem 3,5- oder 7,5-Tonner: Der Post-Mann steuert Sozialkaufhäuser, Spendenlager oder Haushalte an, die Möbel (etwa nach Wohnungsauflösungen) abzugeben haben. „Die Flüchtlinge selbst sind ja meist völlig mittellos.“ Das Be- und Entladen, in der Regel mit tatkräftiger Hilfe weiterer Flüchtlinge, gehört gleichfalls zum Service: ein ausnahmsweise sehr willkommener „Schlepperdienst“.

Sämtliche Arbeiten sind kostenlos. Selbst der Sprit wird von DHL nicht in Rechnung gestellt. Die Dankbarkeit sei riesengroß, erzählt Mohannad Al Omari. „Die Menschen sind bei aller Trauer, ihre Heimat verlassen zu haben, glücklich, in Frieden leben zu können.“ Ein Dankeschön erwartet Mohannad Al Omari nicht. Auch wenn er sich neulich über ein Präsent gefreut hat. Eine Afrikanerin schenkte ihm Pralinen: „rührend.“

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